Wie erstellt man einen Lebenslauf?

Wie erstellt man einen Lebenslauf?

Du möchtest dich auf deine Traumstelle bewerben? Dann kommst du nicht darum herum, einen individuellen und überzeugenden Lebenslauf zu erstellen. Wir zeigen dir, was es beim Schreiben eines Lebenslaufs alles zu beachten gibt und geben dir einen kompakten Überblick über alles Wichtige rund um das Gestalten deines CVs

Was ist eigentlich der Zweck eines Lebenslaufs?

Was ein Lebenslauf ist, wissen wohl die meisten. Denn seit über 500 Jahren werden Lebensläufe (respektive Curriculum Vitae auf Lateinisch) für Bewerbungen verwendet, um sich und seine Qualifikationen in Szene zu setzen.

Dabei geht der Lebenslauf seit jeher Hand in Hand mit dem Anschreiben, in dem man seine Motivation und seine Eignung in Briefform an einen potenziellen Arbeitgeber adressiert. Im Lebenslauf sollte man zwar unbedingt auch Bezug auf die Stelle nehmen, auf die man sich bewerben möchte, es geht hier aber vielmehr um ein überzeugend gestaltetes und informatives „Selbst-Porträt“.

Im Gegensatz zu einer ausführlichen Biographie gibt man im Lebenslauf lediglich einen Abriss über die wichtigsten beruflichen und schulischen Stationen sowie einige relevante persönliche Angaben, Qualifikationen, Fähigkeiten und Interessen.

Wann benötigt man einen Lebenslauf?

Die häufigste Situation, in der man einen Lebenslauf benötigt, ist selbstverständlich bei einer Bewerbung auf eine ausgeschriebene Stelle. Es gibt aber noch weitere Anwendungsfälle von Lebensläufen:

  • Bei einer Blind- oder Spontanbewerbung
  • Bei der Anmeldung bei Personalvermittlern, auf Jobplattformen oder Freelancerbörsen
  • Für berufliche Netzwerken wie LinkedIn
  • Bei der Bewerbung um Praktika, Studienplätze, Stipendien oder Kurse

Es ist dabei wichtig zu wissen, dass es je nach Branche und Land Unterschiede geben kann, wie Lebensläufe gestaltet und angewendet werden (siehe zum Beispiel Lebenslauf auf Englisch). Es lohnt sich deshalb, sich immer mit den jeweiligen Charakteristika auseinanderzusetzen.

Was ist die Bedeutung des Lebenslaufs bei Bewerbungen?

Der Lebenslauf gehört neben Anschreiben und Zeugnissen zu den essenziellen Bestandteilen einer Bewerbung. Es gibt also kein darum herum und als Bewerber sollte man sich immer genügend Zeit für das sorgfältige Erstellen des eigenen CVs nehmen.

Eine gesunde Portion Selbstinszenierung ist dabei angebracht, denn ein maßgeschneiderter und eindrucksvoller Lebenslauf kann einem schnell einmal Tür und Tor für einzigartige Karrierechancen eröffnen.

Es gibt verschiedene Arten von Lebensläufen

Wer von Grund auf einen Lebenslauf erstellen möchte, der muss sich zuerst einmal für ein grundlegendes Design, respektive einen überzeugenden Aufbau entscheiden.

In den meisten Fällen ist es dabei sinnvoll, einen tabellarischen Lebenslauf zu erstellen, da dieser am weitesten verbreitet und bei Personalern akzeptiert ist. Hast du dich dafür entschieden, einen tabellarischen Lebenslauf zu erstellen, dann hast du immer noch die Wahl zwischen einem chronologischen und einem umgekehrt chronologischen Aufbau.

Bei ersterem listest du deine beruflichen und schulischen Stationen in normaler zeitlicher Abfolge auf. Üblicher ist aber meist eine umgekehrte Aufzählung, wobei man mit den neusten Erfahrungen beginnt (welche in den meisten Fällen relevanter sind).

Je nach Branche gibt es noch weitere Lebenslauf-Arten, diese führen aber meistens ein Nischendasein. Beispiel sind:

  • Der funktionale Lebenslauf (dieser ist auf die eigenen Fähigkeiten sowie Kompetenzen und weniger auf chronologisches Auflisten der eigenen Berufserfahrung und Ausbildung ausgerichtet)
  • Das Resümee (diese sehr kompakte Lebenslauf-Art ist besonders im amerikanischen Raum weit verbreitet)
  • Der ausführliche Lebenslauf (dieser wird in ganzen Sätzen ausgeschrieben, wird heute aber nur noch selten verwendet)

Was gehört in einen Lebenslauf?

Kommen wir zu einem wichtigen Punkt: den Elementen, die in einen Lebenslauf gehören. Es gibt dabei einige kritische Angaben, die in keinem Lebenslauf fehlen sollten, während andere eher optional sind und je nach Situation aufgeführt werden können.

1. Überschrift

In den meisten Fällen ist es angebracht, zu Beginn des Lebenslaufs eine Überschrift mit der Bezeichnung des eigenen Berufs sowie einer positiven Umschreibung der persönlichen Eignung zu platzieren – zum Beispiel: „Performance-orientierter Sales Manager mit 10 Jahren Teamleitungserfahrung“ oder „preisgekrönter Sternekoch mit Erfahrung in der Luxus-Hotellerie“.

2. Persönliche Angaben

Als nächstes gibt es einige persönliche Informationen, die zu relativ zu Beginn deines Lebenslaufs angeben solltest. Dazu gehören:

Weitere Angaben, die im deutschsprachigen Raum zwar noch ziemlich weit verbreitet sind, immer häufiger aber auch weggelassen werden, sind:

3. Ein Portrait-Bild

Auch wenn es in vielen englischsprachigen Ländern mittlerweile verpönt ist, so gehört das Verwenden eines Fotos im Lebenslauf bei uns vielerorts noch zum Standard. Es gibt aber auch bei uns immer mehr Unternehmen und Behörden, die aus Diskriminierungsgründen explizit verlangen, auf das Einsenden eines Fotos zu verzichten.

Wir empfehlen dir dennoch, jeweils ein Foto in deinem Lebenslauf zu platzieren, solange dies nicht explizit unerwünscht ist (ob das so ist, findest du leicht in der jeweiligen Stellenbeschreibung heraus). Denn ein Foto ist nach wie vor eine der besten Möglichkeiten, um schnell einen zwischenmenschlichen Draht zum Gegenüber herzustellen und Personalverantwortliche zumindest ansatzweise von der eigenen Persönlichkeit zu überzeugen.

4. Persönliches Profil

Das persönliche Profil (auch als Executive Summary bezeichnet) führt – im Gegensatz zum Ausland – in den deutschsprachigen Ländern noch eher ein Nischendasein. Dabei kann ein aussagekräftiges persönliches Profil durchaus einen starken positiven Effekt erzielen und sollte deshalb unbedingt Platz in einem modernen Lebenslauf finden.

5. Beruflicher Werdegang

Als nächstes kommt einer der zentralen Abschnitte eines jeden Lebenslaufs: das Präsentieren der eigenen Berufserfahrung. Diese Informationen sind für Personaler – gerade für qualifiziertere Positionen – meist am wichtigsten, um über die Eignung eines Bewerbers zu entscheiden.

Am besten ist es meist, die eigene Berufserfahrung in umgekehrt chronologischer Reihenfolge aufzulisten und jeweils das Unternehmen, die Jobbezeichnung und die Dauer anzugeben.

6. Ausbildung

Ähnlich wichtig wie der berufliche Werdegang ist auch die eigene Ausbildung. Je nach Branche und ob es sich um eine Einstiegsposition handelt, kann es sogar sinnvoll sein, die Ausbildung der Berufserfahrung vorzuziehen (insbesondere sinnvoll, wenn du direkt aus Ausbildung oder Studium kommst und noch über wenig relevante Berufserfahrung verfügst).

7. Weiterbildungen und Praktika

Als nächstes kannst du einen kurzen Abschnitt einfügen, in dem du Weiterbildungen, Kurse und Praktika aufführst, die bisher noch keinen Platz in deinem Lebenslauf gefunden haben. Auch Diplome und Zertifizierungen kannst du hier aufführen – oder als separaten Abschnitt gestalten (das hängt in erster Linie damit zusammen, wie viele und welche Elemente du in den Vordergrund stellen möchtest).

8. Fähigkeiten

Einen Abschnitt über deine Kompetenzen und Skills einzubauen ist zwar nicht zwingend, in den meisten Fällen aber ratsam. Denn so kannst du dich nochmals in einem guten Licht präsentieren und deine wichtigsten Fähigkeiten herausstreichen.

Hier kannst du zum Beispiel Sprachen oder – besonders wichtig – EDV-Kenntnisse aufführen, die relevant für deine Wunschstelle sind.

9. Interessen, ehrenamtliche Tätigkeiten, Sprachaufenthalte, etc.

Das Aufführen von Interessen und Hobbys ist zwar relativ weit verbreitet, es ist aber auf keinen Fall obligatorisch. Wir empfehlen dir, außerberufliche Erfahrungen und Interessen nur dann aufzuführen, wenn Sie für deine Bewerbung tatsächlich relevant sind.

Gehst du hingegen ehrenamtlichen Tätigkeiten nach (zum Beispiel in einem Verein, der Politik, etc.), dann kann dir ein Aufführen durchaus Pluspunkte verschaffen, indem es zusätzliche Kompetenzen vermittelt.

10. Referenzen

Referenzen im Lebenslauf anzugeben ist meist freiwillig, kann deiner Bewerbung aber einen positiven „Boost“ geben, da sie einem Personaler Kompetenz und Seriosität vermitteln. Dabei solltest du die folgenden Angaben angeben:

  • Name der Referenzperson
  • Dessen Funktion
  • Name des Unternehmens
  • E-Mail Adresse und Telefonnummer

Geläufig ist es auch, einer Bewerbung separate Referenzschreiben beizulegen, wobei diese in Kurzform auch im Lebenslauf aufgeführt werden können.

Das richtige Gestalten deines Lebenslaufs

Wichtig zu wissen ist, dass Personaler – gerade in größeren Unternehmen – meist nur wenige Augenblicke mit dem Scannen deines Lebenslaufs verbringen werden. Schließlich müssen sie sich meist aus einer Vielzahl von Bewerbern entscheiden. Es ist deshalb entscheidend, dass man seinen Lebenslauf so gestaltet, dass alle wichtigen Informationen schnell auffindbar sind.

Es geht dabei nicht nur um prägnant formulierte und relevante Inhalte, sondern auch um ein attraktives Design und Layout des Lebenslaufs. Dadurch kann man erreichen, dass ein Personalverantwortlicher zum genaueren Durchlesen des Lebenslaufs motiviert wird.

Wenn du deinen Lebenslauf selber in Word, InDesign oder einem anderen Programm erstellen möchtest, dann solltest du den Aufwand dafür nicht unterschätzen. Denn richtiges Formatieren und ein attraktives Design benötigen ein starkes visuelles Auge sowie viel Fleiß und Hingabe.

Wer kein Design-Profi ist, fährt deshalb mit Lebenslauf-Mustern, Vorlagen oder einem Lebenslauf-Generator meist am besten, da man sich so mehr auf die Inhalte fokussieren kann und nicht zu viel Zeit mit dem Aufbauen deines Layout verbringen muss.

Wichtige Tipps zum Erstellen eines Lebenslaufs

Zum Schluss möchten wir dir noch ein paar wichtige Ratschläge zum Schreiben deines Lebenslaufs mit auf den Weg geben:

  • Dein Lebenslauf sollte zwar alle relevanten Informationen enthalten, dabei aber gleichzeitig kompakt bleiben (maximal 2 A2-Seiten).
  • Achte darauf Tippfehler zu vermeiden.
  • Passe deinen Lebenslauf bei jeder Bewerbung auf die konkrete Stelle und deren Anforderungen an.
  • Um Lücken in deinem Werdegang zu vermeiden, kannst du Aktivitäten wie Kurse, Kulturreisen oder Sabbaticals aufführen.

Verschaffe dir einen Vorteil

Sorge dafür, dass deine Bewerbungen aus der Masse herausstechen.