Chronologischer Lebenslauf

Chronologischer Lebenslauf

Chronologischer, umgekehrt chronologischer, tabellarischer oder Fähigkeiten-Lebenslauf: Es gibt verschiedene Lebenslauf-Typen – mit ihren jeweils eigenen Charakteristika sowie Vor- und Nachteilen. In diesem Artikel werfen wir einen genauen Blick auf den chronologischen Lebenslauf und zeigen, in welchen Situationen dieser seine Berechtigung hat und was du bei seiner Erstellung beachten solltest.

Was ist ein chronologischer Lebenslauf?

Zuerst einmal stellt sich natürlich die Frage, was mit einem chronologischen Lebenslauf genau gemeint ist und wie er sich von anderen Lebenslauf-Arten unterscheidet. Der chronologische Lebenslauf, der häufig auch als klassischer, deutscher Lebenslauf bezeichnet wird, zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:

  • Die Lebenslauf-Elemente werden in aufsteigender – oder eben chronologischer – Reihenfolge aufgelistet.
  • Dabei ist insbesondere der Reihenfolge der Elemente innerhalb eines Abschnitts gemeint: also, dass man mit der ältesten Station beginnt und sich dann weiter zur aktuellsten Station vorarbeitet.
  • Teilweise wird dabei auch die Reihenfolge der Abschnitte so angeordnet, dass sie der zeitlichen Abfolge entspricht: also zum Beispiel zuerst Ausbildung und erst dann die Berufserfahrung und weitere Qualifikationen. Dieses Kriterium ist aber weniger entscheidend als die zeitliche Anordnung der Elemente innerhalb eines Abschnittes.

Der chronologische Lebenslauf ist – wie der Name schon sagt – das Gegenteil des umgekehrt chronologischen Lebenslauf (der auch als achronologisch, antichronologisch oder amerikanische Variante bezeichnet wird), bei dem alle Elemente in zeitlich absteigender Folge aufgelistet werden.

Chronologischer vs. tabellarischer Lebenslauf – was ist der Unterschied?

Einfach gesagt gehören sowohl der chronologische als der umgekehrt chronologische Lebenslauf zur Kategorie des tabellarischen Lebenslaufs, bei der sämtliche Angaben im Lebenslauf in kompakter, tabellarischer Form dargestellt werden.

Dies im Gegensatz zum ausführlichen oder ausformulierten Lebenslauf, bei dem der Lebenslauf als Fließtext gestaltet wird (was heute nur noch selten praktiziert wird).

Es kommt immer wieder vor, dass Bewerber die verschiedenen Lebenslauf-Arten und Begriffe durcheinander bringen – gerade auch wegen den vielen internationalen Unterschieden. Es ist deshalb sinnvoll, sich immer an den gängigsten Vorlagen und Standards zu orientieren. Dazu können Beispiele und Muster eines chronologischen Lebenslaufs, wie du sie in Vorlagen oder Lebenslauf-Generatoren findest, hilfreich sein.

Was sind die Vorteile des chronologischen Lebenslaufs?

Der chronologische Lebenslauf wird nicht zu Unrecht als „klassische Variante“ bezeichnet, schließlich handelte es sich dabei lange Zeit um den Standard. Erst seit einigen Jahren wird der chronologische Lebenslauf als zunehmend „altmodisch“ betrachtet und andere Lebenslauf-Typen wie der umgekehrt chronologische Lebenslauf haben ihm den Rang abgelaufen. Auch der Fähigkeiten-Lebenslauf wird – gerade in kreativen und modernen Berufen – immer beliebter.

Doch der chronologische Lebenslauf hat nach wie vor seine Berechtigung – und zwar aus den folgenden Gründen:

  • Er bietet als tabellarischer Lebenslauf eine kompakte und professionelle Übersicht des eigenen Werdegangs, die von Personalern geschätzt wird.
  • Wegen seiner Tradition als „klassischer“ Lebenslauf kann man mit einem chronologischen Lebenslauf nicht viel falsch machen. Er ist breit akzeptiert und allgemein bekannt.
  • Mit dem chronologischen Lebenslauf lässt sich ein komplettes und zeitlich leicht nachvollziehbares Bild des eigenen Werdegangs erstellen.

Was sind die Nachteile des chronologischen Lebenslaufs?

Neben den eben genannten Vorteilen hat der chronologische Lebenslauf aber auch ein paar Schattenseiten, die zu seiner schwindenden Bedeutung in der heutigen Arbeitswelt geführt haben:

  • Er wird zunehmend als langweilig, veraltet oder altmodisch gesehen.
  • Das Beginnen mit den ältesten Erfahrungen und Stationen kann dazu führen, dass aktuellere und relevantere Informationen im Lebenslauf nach hinten rücken und so Personalern erst später ins Auge fallen. Dies kann besonders bei Bewerbern mit viel Berufserfahrung ein Problem sein, da relevante Stationen so weiter hinten – oder gar auf der zweiten Seite – im Lebenslauf zu liegen kommen.
  • Gerade in der modernen Arbeitswelt, in der Weiterbildungen und berufliche Weiterentwicklung einen wichtigen Stellenwert haben, sollten aktuelle Informationen wenn möglich früh im Lebenslauf aufgeführt werden – wofür sich ein chronologischer Lebenslauf im Gegensatz zum umgekehrt chronologischen Lebenslauf nicht eignet.

Für wen eignet sich der chronologische Lebenslauf?

Wir sehen also: Der chronologische Lebenslauf hat sich über Jahrzehnte bewährt, da er eine gut strukturierte Möglichkeit bietet, den eigenen Werdegang vollumfänglich darzustellen. Gerade in Zeiten, in denen klassische Ausbildungswege noch eine wichtigere Bedeutung hatten, war es durchaus sinnvoll, seinen Werdegang streng chronologisch zu präsentieren.

Doch die heutige Arbeitswelt ist zunehmend dynamischer geworden und es wird für Bewerber immer wichtiger, sich weiterzubilden und Soft- sowie Hard-Skills zu schärfen. Hierzu eigenen sich sowohl der umgekehrt chronologische als auch der Fähigkeiten-Lebenslauf besser als die klassische, chronologische Variante.

Es gibt aber dennoch ein paar Situationen, in denen der chronologische Lebenslauf noch seine Berechtigung hat:

  • Für Absolventen und Berufseinsteiger kann sich ein chronologischer Aufbau anbieten, da sie häufig noch keine aktuelle Berufserfahrung oder Weiterbildungen vorweisen und so keinen Mehrwert aus einer umgekehrt chronologischen Anordnung ziehen können. Dies gilt auch für Bewerbungen auf Praktika, bei denen es wichtig ist, den eigenen Bildungsweg chronologisch korrekt dazustellen.
  • Der chronologische Lebenslauf eignet sich generell für Bewerber, deren frühere Ausbildungen und beruflichen Stationen als „Wiedereinsteiger“ relevanter für die aktuelle Bewerbung sind als die eher aktuellen Erfahrungen. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn man in den letzten Jahren in einem komplett anderen Bereich gearbeitet hat und sich nun wieder auf seine „Ursprünge“ fokussieren möchte.
  • Wer einen eher klassischen Beruf mit klarem und traditionellem Karriereweg gewählt hat, für den könnte ein chronologischer Lebenslauf nach wie vor die richtige Wahl sein. Das kann zum Beispiel für Berufe in der öffentlichen Verwaltung oder Politik, aber auch in Großkonzernen und internationalen Organisationen gelten.

Tipp

Egal ob du die chronologische oder umgekehrt chronologische Variante wählst: Wichtig ist, dass du die gewählte Struktur konsequent beibehältst und die zeitliche Anordnung nicht bunt durcheinander mischst. Dies kannst du einzig bei einem Fähigkeiten-Lebenslauf tun, bei dem eine zeitliche freiere Anordnung möglich ist.

Fazit: Die Bedeutung des chronologischen Lebenslaufs hat abgenommen – ist aber immer noch groß

Alles in allem können wir sagen, dass der chronologische Lebenslauf für die meisten Bewerber heutzutage nicht mehr die beste und attraktivste Option ist. Der umgekehrt chronologische Lebenslauf auf der anderen Seite bietet in der modernen Arbeitswelt mehr Vorteile und hat deshalb die Spitzenposition unter den Lebenslauf-Typen eingenommen.

Dennoch hat der chronologische Lebenslauf gerade für Uni-Absolventen oder Bewerber in traditionellen Berufen nach wie vor seine Berechtigung. Ein weiterer Vorteil ist, dass man mit einem chronologischen Lebenslauf sicher nicht negativ auffällt, da er eine lange Tradition und hohe Akzeptanz bei Personalern hat.

Die Frage ist letztlich aber, welche Lebenslauf-Art für die individuelle Situation eines Bewerbers am geeignetsten ist. Dazu lohnt es sich zu fragen, welches die relevantesten Stationen im eigenen Werdegang sind und mit welchem Format man diesem am besten in Szene setzen kann.

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