Hobbys und Interessen im Lebenslauf: weshalb und wie?
Von Christina Leitner, Autorin • Zuletzt aktualisiert am 25. März 2026

Warum Hobbys und Interessen in einem Lebenslauf?

Du bist nicht sicher, ob und wie du im Lebenslauf deine Hobbys angeben solltest? Dann bist du hier genau richtig, denn wir erklären, was in einen Lebenslauf gehört und ob ein extra Abschnitt für bestimmte Angaben gemacht werden sollte. Außerdem erläutern Vor- und Nachteile verschiedener Informationen und geben Tipps, wie du am besten deine Interessen im Lebenslauf angeben kannst.

Lebenslauf erstellen

Hobbys und Interessen sind mehr als nur ein optionaler Zusatz im Lebenslauf. Sie können Personalern helfen, dich als Person besser einzuschätzen und geben deinem Profil eine individuelle Note. Damit das gelingt, ist es entscheidend, Hobbys und Interessen gezielt auszuwählen und so einzusetzen, dass sie nicht vom Wesentlichen ablenken.

In diesem Artikel erfährst du:

  1. Wann es sinnvoll ist, Hobbys und Interessen im Lebenslauf anzugeben und wann du darauf verzichten kannst
  2. Welche Hobbys einen positiven Eindruck hinterlassen und wie sie deine Persönlichkeit und Soft Skills unterstreichen
  3. Wie du deine Interessen strategisch auswählst und korrekt im Lebenslauf platzierst

Wann sollte ich Hobbys und Interessen im Lebenslauf angeben?

Viele Bewerber fragen sich, ob Interessen, Hobbys oder soziales Engagement im Lebenslauf zu privat oder unprofessionell wirken. Gehören Hobbys nun also in den Lebenslauf – ja oder nein? Auch wenn du nicht verpflichtet bist, persönliche Details zu nennen, begrüßen viele Recruiter Angaben zu Freizeitaktivitäten. Sie vermitteln ein vollständigeres Bild von deiner Person und lassen Rückschlüsse auf Soft Skills und Eigenschaften zu. Achte darauf, dass du sie gezielt auswählst und nicht nur als reiner Lückenfüller verwendest:

  • Viele Interessen und Hobbys können zusätzliche Kompetenzen und Know-how demonstrieren, zum Beispiel technische Skills oder auch soziale Fähigkeiten. Einige Hobbys eignen sich auch sehr gut, um Führungsqualitäten anzuzeigen – etwa wenn du in deiner Freizeit als Kapitän einer Sportmannschaft agierst.
  • Interessen und Hobbys im Lebenslauf zeigen dem Arbeitgeber, dass du nicht nur ein Bewerber mit den richtigen Qualifikationen, sondern auch ein Mensch mit vielseitigen Interessen bist.
  • Zusätzlich kann ein Hobby darüber Aufschluss geben, ob du von deinen Werten und Einstellungen zum Unternehmen und der dort gelebten Unternehmenskultur passt.

Tipp

Vermeide es, in deinem Lebenslauf die englische Schreibweise Hobbies zu verwenden. Die korrekte deutsche Schreibweise lautet tatsächlich Hobbys und da eine einwandfreie Grammatik und Rechtschreibung bei der Bewerbung wichtig sind, solltest du auch darauf achten, dass du keine „eingedeutschten” Begriffe verwendest, sondern dich nach den Empfehlungen des Duden richtest.

Wie gebe ich Hobbys im Lebenslauf richtig an?

Hobbys und Interessen sind klar von Kenntnissen und Fähigkeiten zu unterscheiden – sie erhalten im Lebenslauf daher immer einen eigenen Abschnitt. Dieser wird am Ende des Lebenslaufs platziert und mit „Hobbys und Interessen“, „Freizeitbeschäftigungen“ oder bei sozialem Engagement mit „Interessen und soziales Engagement“ überschrieben. Die Hobbys werden dann als Stichpunkte aufgelistet.

Achte darauf, dass du deinen Freizeitbeschäftigungen nicht zu viel Platz einräumst. Beschränke dich auf maximal drei Hobbys im Lebenslauf, sonst könnte der Eindruck entstehen, dass du aufgrund deiner zahlreichen Freizeitaktivitäten keine Zeit für die Arbeit hast. Wenn du allerdings keine interessanten beziehungsweise passenden Hobbys ausübst, dann macht es Sinn, sie ganz wegzulassen.

Mit dem Lebenslauf-Generator von Jobseeker kannst du im Handumdrehen einen professionell aussehenden Lebenslauf erstellen, der alle wichtigen Abschnitte optimal strukturiert und ins rechte Licht rückt. Das Tool hilft dir dabei, Hobbys und Interessen gezielt darzustellen, passende Überschriften zu wählen und deine persönlichen Stärken hervorzuheben – alles innerhalb weniger Minuten und ohne Designkenntnisse. Das Ergebnis könnte dann so aussehen:

Was sagt ein Hobby im Lebenslauf über mich aus?

Richtig gewählt und präsentiert, kann ein Hobby im Lebenslauf viel über dich verraten. Manche Freizeitaktivitäten vermitteln positive Eigenschaften, während andere eher negativ aufgefasst werden. Hobbys, die Stärken wie Kreativität, Organisationstalent oder soziale Kompetenz unterstreichen, eignen sich, um dein Profil gezielt zu ergänzen – wie zum Beispiel die folgenden:

  • Mitgliedschaft in einer Sportmannschaft oder einem Verein → Team- und Führungsfähigkeiten, Kommunikations- und Problemlösungsfähigkeiten
  • Ehrenamtliche Tätigkeiten (z. B. Nachhilfe, Tierheim) → soziale Kompetenz, Verantwortungsbewusstsein

Ganz wichtig: Wenn du keine Hobbys hast, die im Lebenslauf eine gute Figur machen bzw. das Interesse des Lesers wecken, dann ist es besser, den Abschnitt komplett wegzulassen. Immerhin sind Informationen zu Freizeitbeschäftigungen für eine Großteil der Recruiter und Personaler irrelevant, wie aus einer von Jobseeker durchgeführten Umfrage hervorgeht. Du findest den Artikel dazu ebenso wie weitere spannende Neuigkeiten und Trends rund um HR und Karriere in unserem Karriereportal.

Was sind gute Hobbys im Lebenslauf?

Gute Hobbys sind jene, die zum Tätigkeits- bzw. Bewerberprofil passen und übertragbare Fähigkeiten demonstrieren. Setze dabei auf Aktivitäten, die ein positives Bild vermitteln und Fähigkeiten zeigen, die zur Stelle passen. Betrachte deinen Lebenslauf aus der Perspektive eines Personalverantwortlichen, um zu entscheiden, welche Freizeitaktivitäten du am besten angibst.

Du kannst die folgende Liste als Inspiration für deinen eigenen Lebenslauf nutzen:

Gute Beispiele

Erläuterung

Trainer oder Übungsleiter in einem Verein

Eine Funktion als Trainer zeigt, dass du über ausgeprägte soziale, kommunikative und pädagogische Fähigkeiten verfügst.

Aktiver Sportler

Sportliche Betätigung spricht dafür, dass du eine dynamische und leistungsfähige Person bist. Mannschaftssportarten werden zudem häufig mit Teamfähigkeit in Verbindung gebracht.

Musik machen

Wer ein Instrument spielt oder Mitglied in einer Band bzw. einem Chor ist, vermittelt, dass er über ausgeprägte kreative und soziale Fähigkeiten verfügt.

Reisen und Sprachen

Sowohl Fremdsprachen als auch Kommunikations- und Lernfähigkeit sind in vielen Branchen wichtig. Reisen oder Auslandsaufenthalte sprechen zudem für eine gewisse multikulturelle Kompetenz.

Freiwillige und ehrenamtliche Funktionen

Ehrenamtliche Funktionen, zum Beispiel als Vorstandsmitglied in einem Verein oder andere freiwillige Tätigkeiten, lassen auf soziales Engagement sowie Empathie und Führungsqualitäten schließen.

Lesen

Belesenen Menschen wird ein gutes Allgemeinwissen sowie sprachliches Verständnis zugesprochen. Literatur und Sachbücher machen dabei mehr her als beispielsweise Comics.

Seltene Hobbys und Interessen

Wenn du ein seltenes oder ausgefallenes Hobby angibst, dann lässt dich das als interessante Person mit individuellen Interessen erscheinen.

Was sind schlechte Hobbys im Lebenslauf?

Bei der Auswahl für den Lebenslauf passender Hobbys gilt: Nicht alles, was du in deiner Freizeit tust, gehört automatisch in deine Bewerbung. Einige Hobbys sind so allgemein oder alltäglich, dass sie keinerlei Mehrwert bieten, andere wiederum können sogar abschreckend wirken, wenn sie zu extrem oder kontrovers sind.

Grundsätzlich lohnt sich die Angabe nur dann, wenn deine Hobbys einen nachvollziehbaren Bezug zur Stelle haben oder Kompetenzen zeigen, die in deinem beruflichen Werdegang bislang nicht ersichtlich wurden. Sie sollten deine Bewerbung sinnvoll ergänzen – nicht verwässern.

Die unten aufgelisteten Freizeitaktivitäten könnten durchaus als negativ oder irrelevant ausgelegt zu werden und damit ein schlechtes Licht auf den Bewerber werfen. Sie haben das Potenzial, relevante Fähigkeiten und Eigenschaften – und damit die professionelle Eignung – in den Hintergrund zu drängen.

Schlechte Beispiele

Erläuterung

Kampf- und Extremsportarten

Bei vielen Menschen lösen Kampfsportarten eher negative Reaktionen und Assoziationen aus. Das Gleiche gilt für Extremsportarten wie Freeclimbing, Rennsport oder Fallschirmspringen.

Ausgehen

Du gehst in deiner Freizeit gerne mit deinen Freunden auf ein Bier, verbringst die Wochenenden in der Disco oder auf Festivals? Das wird dir in Sachen Bewerbung keinen Vorteil verschaffen.

Fernsehen

Mit Fernsehen werden weder positive Eigenschaften in Verbindung gebracht noch bietet es irgendeinen Mehrwert, der dir Pluspunkte bei der Bewerbung einbringen könnte.

Glücksspiel und Videospiele

Glücksspiel wird häufig mit Gier und Kontrollverlust in Verbindung gebracht. Wenn du in deiner Freizeit gerne zockst oder Videospiele spielst, solltest du das daher im Lebenslauf verschweigen.

Kontroverse Interessen

Angaben zu politischen oder anderweitig kontroversen Hobbys und Interessen sind zu vermeiden. Dazu zählen zum Beispiel Schießen, Jagen oder die Mitgliedschaft in einer Biker-Gang.

Sollte ich im Lebenslauf Interessen angeben?

Für Interessen im Lebenslauf gelten dieselben Grundsätze wie für Hobbys: Sie gehören nur dann in den Lebenslauf, wenn sie authentisch sind und einen erkennbaren Mehrwert liefern. Du musst keine außergewöhnlichen Leidenschaften vorweisen – auch alltägliche Interessen wie Reisen können eine gute Ergänzung für die Bewerbung sein, sofern sie zu dir passen und du im Gespräch glaubwürdig darüber sprechen kannst.

Entscheidend ist, dass du weder übertreibst noch Aktivitäten nennst, die du in Wahrheit kaum ausübst. Wähle also nur solche Interessen für den Lebenslauf aus, die du wirklich lebst und die im besten Fall relevante Stärken oder Eigenschaften unterstreichen. Übrigens kannst du gegebenenfalls auch im Anschreiben einen kurzen Verweis auf relevante Interessen machen. Sieh dir die Bewerbungsschreiben-Beispiele auf Jobseeker an, um dich inspirieren zu lassen und die richtigen Worte zu finden.

Hobbys und Interessen im Lebenslauf optimal zur Geltung bringen

Hobbys und Interessen können dein Profil stärken, wenn sie Qualitäten unterstreichen, die nicht bereits in deinem beruflichen Werdegang sichtbar sind. Wähle Aktivitäten aus, die deine Persönlichkeit in einem positiven Licht zeigen, zu den Anforderungen der Stelle passen oder relevante Soft Skills wie Teamfähigkeit, Kreativität, Engagement oder Belastbarkeit aufzeigen. Achte unter anderem auf eine konkrete Formulierung:

  • „Trailrunning“ wirkt aussagekräftiger als „Sport“
  • „Ehrenamtliche Nachhilfe“ sagt mehr aus als „soziales Engagement“

Angaben, die keinen Bezug zur Stelle haben oder dich nicht authentisch repräsentieren, solltest du ebenso vermeiden wie generische oder kontroverse Tätigkeiten.

Im Mittelpunkt stehen weiterhin deine Qualifikationen und Berufserfahrung – persönliche Angaben sollten diese lediglich sinnvoll ergänzen. Das ist dann der Fall, wenn sie relevante Soft Skills sichtbar machen und zu deinem beruflichen Profil passen. Nutze die folgende Checkliste, um zu entscheiden, ob und welche Hobbys im Lebenslauf du weglassen bzw. angeben solltest.

Tipps: Hobbys im Lebenslauf weglassen oder anführen

Relevanz für die Stelle prüfen

Nur echte, authentische Hobbys nennen

Kontroverse, extreme oder langweilige Aktivitäten meiden

Mehrwert für den Lebenslauf schaffen

Konkret statt allgemein formulieren

Persönliches dosiert einsetzen

Angaben mit Social-Media-Profilen abstimmen

Abschnitt weglassen, wenn keine geeigneten Hobbys vorliegen

Während diese Tipps bereits hilfreich ist, kannst du mit den Tools von Jobseeker auf Nummer sicher gehen. Diese Tools ermöglichen es dir, deine persönliche professionelle Lebenslauf-Vorlage zu erstellen, die deine Freizeitaktivitäten und Interessen optimal zur Geltung bringt, während die Lebenslauf-Beispiele zusätzlich zur Checkliste als Inspiration dienen.

Du kannst in den vorhandenen Mustern einen eigenen Abschnitt für Hobbys einfügen, Felder entfernen, die du nicht brauchst, oder die Reihenfolge nach deinen Prioritäten gestalten. Die Bedienung ist einfach: Sobald du deine Vita oder auch dein passendes Bewerbungsschreiben-Muster erstellt hast, kannst du die Dateien herunterladen, ausdrucken oder direkt per E-Mail versenden. Die aktuelle Version bleibt gespeichert, sodass du sie jederzeit für neue Bewerbungen anpassen bzw. aktualisieren kannst.

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Autorin
Christina Leitner, freiberufliche Journalistin und Texterin, gibt ihre langjährige Erfahrung im Bewerbungscoaching in Form praktischer Tipps und leicht lesbarer Artikel an Jobsuchende – vom Absolventen bis zur Wiedereinsteigerin – weiter.

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