Praktika im Lebenslauf richtig angeben
Du bewirbst dich auf einen Job und möchtest relevante Praktika anführen? In diesem Artikel erfährst du, wo und wie du Praktikumserfahrungen richtig im Lebenslauf platzierst. Dazu geben wir klare Beispiele und erprobte Tipps und sehen uns an, wann du ein Praktikum besser weglassen solltest.

Wo und wie sollten Praktika im Lebenslauf aufgeführt werden?
Neben der Frage, ob du im Lebenslauf ein Praktikum angeben solltest, ist entscheidend, wo und wie du es platzierst. Je nach Umfang deiner Erfahrung kommen dabei mehrere Optionen infrage, die wir uns hier genauer ansehen.
Praktika im Abschnitt „Berufserfahrung“
Diese Variante eignet sich, wenn du nur ein einzelnes Praktikum absolviert hast oder es besonders relevant für die angestrebte Stelle ist. Achte darauf, die Informationen zu Unternehmen, Position/Rolle, Aufgaben und Zeitraum in derselben Listenstruktur wie die anderen Tätigkeiten zu formatieren. Die Angaben zu deinen Aufgaben sollten kurz und präzise sein sowie maximal drei Bullet Points umfassen.
Marketing-Praktikant, ABC GmbH, München
2025
-2025
06/2025 – 09/2025
- Unterstützung bei Social-Media-Kampagnen und Content-Erstellung
- Erstellung von wöchentlichen Performance-Reports
- Mitwirkung bei der Organisation von Events
Eigener Abschnitt „Praktika“ oder „Praktische Erfahrungen“
Ein eigener Abschnitt ist dann sinnvoll, wenn du mehrere Praktika sowie bereits erste Berufserfahrung vorweisen kannst. So bleibt der Aufbau klar und übersichtlich. Erstelle dazu einen eigenen Abschnitt mit eindeutiger Überschrift, in dem du jedes Praktikum einzeln mit Angaben zu Unternehmen, Rolle, Kernaufgaben und Zeitraum auflistest. Während die Struktur den Angaben unter „Berufserfahrung“ ähnelt, handelt es sich eindeutig um einen eigenen Abschnitt. Achte stets darauf, dass dein Werdegang nicht länger als zwei DIN A4-Seiten wird.
Praktika
Praktikum im Bereich Finanzwesen, Argentum AG, Frankfurt | 03/2024 – 08/2024
- Erstellung von Monats- und Quartalsabschlüssen; Vertiefung von Kenntnissen in Buchhaltung und Controlling
- Analyse von Kostenstrukturen und Budgetkontrolle; Verbesserung der Transparenz von Abteilungen durch regelmäßige Reports
- Unterstützung im Projektcontrolling; Optimierung interner Prozesse durch eigenständige Vorschläge
Praktika im Bereich „Ausbildung“
Diese Option bietet sich an, wenn ein Praktikum im Lebenslauf direkt mit dem Studium oder der Ausbildung verknüpft ist, zum Beispiel in Form eines Pflichtpraktikums. Ergänze die Ausbildungsstationen mit den Informationen zum jeweiligen Praktikum und erläutere, welche Inhalte du dort gelernt oder angewendet hast. Achte darauf, die Relevanz im Rahmen des Studien- oder Ausbildungskontexts zu betonen.
Bachelor Betriebswirtschaftslehre, Universität München
2021
-2025
- Pflichtpraktikum: Marketing-Abteilung, ABC GmbH, München. Unterstützung bei Social-Media-Kampagnen und erstellung von Präsentationen für Kampagnenmeetings
Gut zu wissen: Praktika gehören nur in den Lebenslauf – nicht ins Anschreiben. Wenn du dich entscheidest, Praktika anzugeben, dann ausschließlich im Lebenslauf. Das Anschreiben dient dazu, Motivation und Ziele zu erklären – und nicht der detaillierten Auflistung deiner Stationen. Falls du Unterstützung beim Formulieren benötigst, helfen dir die Bewerbungsschreiben-Beispiele von Jobseeker dabei, passende Formulierungen zu finden.
Welche Arten von Praktika gibt es?
Praktika lassen sich in verschiedene Typen und Formen unterteilen – je nach Dauer, Zielgruppe und Zweck. Sie alle haben eines gemeinsam: Sie bieten die Möglichkeit, praktische Erfahrung zu sammeln, Fähigkeiten zu entwickeln und einen Einblick in ein bestimmtes Berufsfeld zu erhalten. Im Folgenden stellen wir die gängigsten Arten von Praktika vor und erklären, für wen sie relevant sind.
Praktikumsart | Beschreibung |
Schulpraktika | Schulpraktika dauern in der Regel ein bis vier Wochen und sollen Schülern erste Einblicke in ein Berufsfeld ermöglichen. Im Lebenslauf solltest du ein solches Praktikum nur angeben, wenn du sonst nur wenig bis keine Berufserfahrung hast oder wenn du dich beim Praktikumsgeber selbst bewirbst und bereits einen ersten Kontakt hattest. |
Regelmäßige Praxistage | Regelmäßige Praxistage ähneln Schulpraktika, unterscheiden sich jedoch dadurch, dass sie über einen längeren Zeitraum verteilt stattfinden. Sie geben Schülern oder Berufseinsteigern die Möglichkeit, kontinuierlich praktische Erfahrung zu sammeln und ein Unternehmen oder bestimmte Tätigkeiten besser kennenzulernen. |
Freiwillige Ferienpraktika | Freiwillige Ferienpraktika werden meist in den Schul- oder Semesterferien absolviert und dienen dazu, erste praktische Erfahrungen im Berufsalltag zu sammeln. Sie sind oft unbezahlte, informelle Praktika, die selten ausgeschrieben werden. Wenn du ein solches Praktikum absolvieren möchtest, dann sind direkte Anfragen oder Spontanbewerbungen meistens am zielführendsten. Im Lebenslauf sollten sie ähnlich wie Schulpraktika behandelt werden. |
Fachpraktika | Fachpraktika sind in vielen Ausbildungen und Studiengängen Pflicht. Sie dauern meist mehrere Monate oder erstrecken sich über mehrere Semester und unterliegen klaren Anforderungen und Vorgaben bezüglich Aufgaben und Tätigkeiten. Für Arbeitgeber sind solche Praktika besonders relevant, daher sollten sie immer im Lebenslauf genannt werden – idealerweise mit einem Nachweis oder Zertifikat. |
Vorpraktikum | Ein Vorpraktikum wird oft von Fachhochschulen oder Studiengängen verlangt, um die Eignung der Kandidaten zu prüfen und ein Mindestmaß an praktischer Qualifikation sicherzustellen. Erleichtern sie den Einstieg ins Studium und gehören daher immer öfter zu den Zulassungsvoraussetzungen für einen Studienplatz. (1) Wer ein Vorpraktikum absolviert, sollte dieses im Lebenslauf angeben und mit Zertifikat oder Nachweis belegen, vor allem dann, wenn es Teil der Zulassungsvoraussetzungen für den Studiengang ist. |
Praktika im Lebenslauf: Wann angeben – wann weglassen?
Praktika sind ein wichtiger Bestandteil deines Profils, aber nicht jedes Praktikum sollte automatisch in den Lebenslauf aufgenommen werden. Entscheidend sind Dauer, fachliche Relevanz und Mehrwert für dein Bewerberprofil. Das bestätigt auch eine von Jobseeker durchgeführte Umfrage, in der mehr als 80 Prozent der befragten HR-Profis angeben, auf relevante Erfahrung im Lebenslauf zu achten. Die folgenden Richtlinien helfen dir, die Entscheidung zu erleichtern.
Praktika bringen deinem Profil dann einen Mehrwert, wenn sie relevant und aussagekräftig sind. Beispiele für solche Fälle umfassen Praktika, die:
Praktika, die du angeben solltest
- fachlich zur angestrebten Stelle passen
- wesentliche Fähigkeiten oder Kenntnisse vermitteln, die im angestrebten Job gefragt sind
- weniger als einen Monat dauerten, aber besonders relevant oder einzigartig sind
- trotz mehrjähriger Vergangenheit fachlich nach wie vor relevant bleiben
- Lücken im Lebenslauf füllen oder fehlende Berufserfahrung kompensieren
Beispiel: Du hast ein Sabbatical genutzt, um in einem Feriencamp zu arbeiten, und möchtest nun in der Kinderbetreuung tätig sein. Dieses Praktikum ist relevant und sollte erwähnt werden.
Nicht jedes Praktikum im Lebenslauf stärkt dein Profil. Du kannst Praktika weglassen, wenn sie:
Praktika, die du besser weglässt
- weniger als 1 Monat umfassten und keinen nennenswerten Mehrwert bringen
- fachlich nicht zur angestrebten Position passen
- zu lange zurückliegen und inzwischen irrelevant sind
- zu einer früheren Fachrichtung passten und du dich beruflich neu orientierst
Beispiel: Du hast Geografie studiert und ein Praktikum als Stadtplaner absolviert, willst dich nun aber im Online-Marketing bewerben. Das Praktikum ist fachlich irrelevant und kann weggelassen werden.
Was ist relevanter: Neben- und Aushilfsjobs oder Praktika?
Ob Neben- oder Studentenjobs relevanter als Praktika sind, hängt vom Bezug zur angestrebten Stelle ab. Auch wenn die Tätigkeit fachlich nicht passt, zeigt sie Arbeitsbereitschaft und erlernte Fähigkeiten – du solltest daher individuell abwägen, ob die jeweiligen Erfahrungen eine Bereicherung für den Lebenslauf darstellen.
Wenn du mehrere Neben- und Studentenjobs aufführen möchtest, solltest du diese klar von fachlich relevanten Praktika getrennt – am besten in eigenen Abschnitten – im Lebenslauf angeben. Die Lebenslauf-Vorlagen von Jobseeker bieten hierfür Platzhalter, die an individuelle Bedürfnisse angepasst werden können – egal, ob für Studierende, Berufsanfänger oder Bewerber mit längerer Erfahrung. Nach der Anpassung lassen sich die Vorlagen einfach herunterladen, ausdrucken oder per E-Mail versenden und jederzeit erneut aktualisieren.
Die Bedeutung von praktischer Erfahrung im Lebenslauf
Relevante Berufserfahrungen gehören neben der Ausbildung zu den wichtigsten Faktoren für eine erfolgreiche Bewerbung. Deshalb sollten sie prominent im Lebenslauf präsentiert werden, idealerweise mit eigener Überschrift und konkreten Angaben.
Gerade für Berufsanfänger oder Quereinsteiger können Praktika helfen, praktische Kenntnisse zu sammeln, die über Ausbildung oder Studium hinausgehen – sei es während der Schulzeit, im Studium oder im Rahmen eines Sabbaticals. Wie das aussehen kann, findest du anhand verschiedener Lebenslauf-Beispiele auf Jobseeker heraus, unter anderem auch für Schüler, bei denen Praktika besonders wichtig sind.
Praktika optimal im Lebenslauf nutzen
Wenn du im Lebenslauf deine Praktikumserfahrungen möglichst wirkungsvoll angeben möchtest, solltest du folgende Punkte beachten:
- Praktika nur angeben, wenn sie relevant oder besonders aussagekräftig sind.
- Kurze Praktika (< 1 Monat) nur bei klar erkennbarem Mehrwert aufnehmen.
- Verschiedene Praktika klar von Nebenjobs trennen und eigene Abschnitte verwenden.
- Fachpraktika und Vorpraktika immer mit konkreten Aufgaben und ggf. Nachweis angeben.
- Den Lebenslauf übersichtlich und gut strukturiert gestalten, damit Recruiter sofort den Mehrwert erkennen.
Mit den Tools von Jobseeker kannst du deine Praktika professionell einfügen, Abschnitte anpassen und den gesamten Lebenslauf an deine Bedürfnisse anpassen – schnell, unkompliziert und jederzeit wieder bearbeitbar. Passend zu den Vorlagen im Lebenslauf-Generator gibt es auch Bewerbungsschreiben-Muster, die sich ebenso einfach bearbeiten lassen. Diese Hilfsmittel stellen sicher, dass du deine bisherigen Erfahrungen im besten Licht präsentierst und dich mit der richtigen Wortwahl als geeigneten Kandidaten in Stellung bringst.
Du suchst nach weiteren Infos rund um Lebenslauf, Bewerbungsschreiben und Bewerbungsprozess? Auch dann wirst du bei Jobseeker fündig: Im Karriereportal findest du praktische Tipps zu Themen wie Auslandsbewerbungen, Minijobs, Referenzen und vieles mehr. So bist du bestens vorbereitet und kannst selbstbewusst in den Bewerbungsprozess starten, mit Unterlagen, die deine Stärken klar hervorheben und überzeugen.
Quellen:
(1) Deutscher Hochschulkompass: Vorkurse und Vorpraktika
Beeindrucke Arbeitgeber mit deinem Lebenslauf
Mit der Schritt-für-Schritt-Anleitung in kürzester Zeit zum professionellen Lebenslauf.






