Geburtsdatum und Alter im Lebenslauf

Geburtsdatum und Alter im Lebenslauf

Viele Bewerber machen sich keine großen Gedanken darüber, ob Sie ihr Geburtsdatum im Lebenslauf angeben sollten – schließlich ist dies bei vielen Standard-Lebensläufen gang und gäbe. In diesem Artikel zeigen wir dir, wann es sinnvoll ist, das eigene Alter zu deklarieren und wann man das Geburtsdatum im Lebenslauf lieber weglassen sollte.

Ist das Angeben des Alters im Lebenslauf obligatorisch?

Auch wenn das Geburtsdatum in vielen Lebenslauf-Vorlagen einen festen Platz hat, so gilt: Die Angabe des eigenen Geburtsdatums ist in den allermeisten Fällen nicht obligatorisch. Denn gesetzlich dürfen Bewerber nicht ohne Grund anhand ihres Alters beurteilt und unterschiedlich behandelt werden.

Es gibt aber ein paar wenige Ausnahmen, wo du nicht darum herum kommst, dein Alter anzugeben. Zum Beispiel, wenn das Alter für eine Stelle relevant ist und explizit in der Stellenausschreibung erwähnt wird. Das kann unter anderem für Positionen im Gastgewerbe sowie der Unterhaltungs- und Modebranche der Fall sein, wo das Alter ein entscheidender Faktor sein kann.

Manchmal gibt es auch Stellenausschreibungen, die explizit an jüngere oder ältere Bewerber gerichtet sind (zum Beispiel im Rahmen von Programmen zur Bekämpfung von Jugendarbeitslosigkeit oder zur Reintegration von älteren Arbeitnehmern). Dann solltest du dein Alter selbstverständlich angeben.

Diskriminierung aufgrund des Alters

In vielen Regionen der Welt – und so auch in den deutschsprachigen Ländern – gelten Gleichstellungsgesetze, die eine Diskriminierung anhand des Alters verbieten: Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) in Deutschland und der Schweiz sowie das Gleichbehandlungsgesetz in Österreich.

Auch wenn das Alter für den normalen Stellenmarkt von Gesetzes wegen keinen Diskriminierungsfaktor darstellen darf, so sieht das in der Praxis doch anders aus: Personaler achten beim Einstellen meist stark auf das Alter eines Bewerbers, schließlich hat dieses Einfluss auf:

  • die Berufserfahrung
  • die Lohnkosten sowie
  • das langfristige Entwicklungspotenzial eines Bewerbers

Es kann also einen großen Unterschied ausmachen, ob du 25, 35 oder 60 Jahre alt bist. Die Realität sieht so aus, dass gerade ältere Bewerber oft Mühe haben, eine neue Stelle zu finden – selbst wenn sie eigentlich gute Qualifikationen und viel Erfahrung vorzuweisen hätten.

Viele Personaler bevorzugen aber stattdessen jüngere Bewerber, da diese „günstiger“ sind und mehr langfristiges Potenzial haben. Auf der anderen Seite können aber auch sehr junge Bewerber Mühe beim Berufseinstieg haben und manchmal gegenüber älteren Bewerbern benachteiligt sein.

Auch die Branche kann Einfluss darauf haben, wie dein Alter wahrgenommen wird. So werden gerade in Technologie-affinen Berufen jüngere Bewerber häufig bevorzugt, während in öffentlichen Verwaltungsstellen und großen Konzernen oft erfahrenere Bewerber die Nase vorn haben.

Solle ich das Geburtsdatum nun abgeben oder nicht?

Machen wir es einfach: In den allermeisten Fällen kann es nicht schaden, das eigene Alter im Lebenslauf anzugeben – ja in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist es geradezu üblich, das eigene Alter anzugeben. Gerade für Einstiegspositionen ist es sinnvoll, dass Personaler dein Alter kennen – damit sie besser wissen, woran sie mit dir sind. Denn das Alter ist ein Kriterium, um deine Erfahrung und Qualifikationen besser beurteilen zu können.

Für „normale“ Stellen macht sich ein Alter von 25 bis 35 Jahren meist gut im Lebenslauf, da diese Altersspanne zu den gefragtesten gehört. Aber auch bei einem höheren Alter sollte man sich nicht davor scheuen, sein Alter anzugeben – gerade wenn man mit seiner Erfahrung punkten will.

Bist du über 50 Jahre alt und bewirbst dich auf eine Stelle, bei der deine Berufserfahrung nicht wirklich zum Tragen kommt? Dann kannst du mitunter darauf verzichten, dein Alter im Lebenslauf zu erwähnen. Dennoch solltest du bedenken, dass spätestens beim Bewerbungsgespräch dein Alter wahrgenommen werden wird – du kannst also selber entscheiden, ob du dein Alter bereits im Lebenslauf angeben möchtest.

Ähnliches gilt für ältere Bewerber, die sich auf Einstiegsstellen bewerben wollen: Nur weil das Geburtsdatum nicht im Lebenslauf steht, wird es im weiteren Bewerbungsverlauf nicht leichter werden, als über 40-Jähriger eine Einstiegsposition zu erhalten. In diesem Fall sollte man proaktiv kommunizieren, weshalb man trotz fortgeschrittenen Alters an der entsprechenden Stelle interessiert ist.

Tipp

Neben dem Angeben des Geburtsdatums gibt es übrigens auch die Möglichkeit, lediglich dein Alter anzugeben. Dies ist dann sinnvoll, wenn du deine Privatsphäre besser wahren, aber dennoch Auskunft über dein Alter geben möchtest.

Länderspezifische Unterschiede

Wichtig anzumerken ist, dass die Angabe des Alters auf der Welt sehr unterschiedlich gehandhabt wird. So gibt es Länder – wie Deutschland, die Schweiz und Österreich, wo das Angeben des Geburtsdatums weit verbreitet, aber keinesfalls obligatorisch oder gesetzlich verboten ist. Vielmehr handelt es sich um die gängige Praxis, das Geburtsdatum bei den persönlichen Daten anzugeben.

In anderen Ländern sieht dies aber ganz anders aus:

  • In vielen angelsächsischen Ländern wie Australien, Großbritannien, Kanada und den Vereinigten Staaten ist das Angeben von persönlichen Daten wie Geburtsdatum, Nationalität und Familienstand nicht üblich – ja teilweise sogar unerwünscht oder untersagt. Dies gilt, um Diskriminierung zu verhindern.
  • Ähnliches gilt für die skandinavischen Länder: Hier haben außer den Kontaktinformationen persönliche Angaben wie Alter, Nationalität und Familienstand nichts im Lebenslauf verloren.
  • In Frankreich ist es üblich, das eigene Alter, nicht aber das genaue Geburtsdatum anzugeben.
  • In anderen europäischen Ländern wie Spanien und Russland sowie in weiten Teilen Afrikas, Asiens, Südamerikas und dem Nahen Osten ist es üblich, das Geburtsdatum im Lebenslauf anzugeben.

Wohin gehört das Geburtsdatum im Lebenslauf?

Diese Frage lässt sich leicht beantworten: Das eigene Geburtsdatum gehört – wenn du dich dazu entscheidest, es anzugeben – im Format TT.MM.JJJJ zu den persönlichen Angaben, die man – nach dem Lebenslauf-Titel – ganz zu Beginn des Lebenslaufs aufführt. Häufig wird daneben auch der Geburtsort genannt, dabei handelt sich aber um eine freiwillige Angabe. Zu den persönlichen Angaben können weiter gehören:

  • Dein Name
  • Adresse
  • Telefon / Handy
  • E-Mail
  • Eigene Website und/oder dein LinkedIn-Profil
  • Staatsangehörigkeit (optional, aber üblich)
  • Familienstand (optional und zunehmend veraltet)
  • Konfession (optional und zunehmend veraltet)

Am besten orientierst du dich dabei an gängigen Vorlagen und Lebenslauf-Mustern oder du nutzt einen Lebenslauf-Generator, der dich beim Design und Layout deines Lebenslaufs unterstützt.

Fazit: Geburtsdatum und Alter im Lebenslauf können zu Ungleichbehandlung führen

Wir haben gesehen, dass das Alter trotz gesetzlicher Gleichstellung nach wie vor eine große Rolle beim Bewerbungsprozess spielen kann. Was für sehr junge und ältere Bewerber ein Nachteil sein kann, sollte von allen anderen durchaus im Sinne einer „positiven Diskriminierung“ ausgenutzt werden. Sprich: Das eigene Alter im Lebenslauf anzugeben ist üblich und macht in vielen Situationen Sinn.

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