Kurzprofil im Lebenslauf

Kurzprofil im Lebenslauf

In den meisten englischsprachigen Lebensläufen gehört es zum Standard: das Kurzprofil im Lebenslauf – manchmal auch als „Career Summary“ oder einfach „Über mich“ bezeichnet. Was ist der Zweck eines Kurzprofils und gehört es bei uns wirklich in den Lebenslauf? Wir zeigen dir zudem die „goldenen Regeln“ beim Erstellen eines Kurzprofils.

Was ist ein Kurzprofil eigentlich?

Vielleicht fragst du dich, was ein Kurzprofil eigentlich genau ist und was der Sinn davon ist. Gerade bei uns im deutschsprachigen Raum werden nämlich diese sogenannten „Career Summarys“ noch nicht flächendeckend verwendet, weshalb du vielleicht noch ein paar offene Fragen zu diesem wichtigen Lebenslauf-Abschnitt hast.

Das Konzept des Kurzprofils kommt ursprünglich aus den USA, wo sogenannte „Skills Summaries“ oder „Profile and Skills“-Abschnitte fest zu jedem Lebenslauf dazugehören. Mittlerweile werden Kurzprofile oder Über mich-Abschnitte aber auch bei uns immer häufiger verwendet.

Kurzprofile sind wichtig, da Personaler meist nur wenige Sekunden mit dem Scannen eines Lebenslaufs verbringen, um zu beurteilen, ob sie sich diesen genauer ansehen möchten – oder nicht. Ein prägnant formuliertes Kurzprofil kann deshalb den Unterschied ausmachen, ob man als Bewerber überhaupt eine Chance hat oder nicht. Im Kurzprofil kann man kurz und knapp zeigen, warum man der geeignete Kandidat ist und sich so von anderen Bewerbern abheben.

Die Vorzüge des Kurzprofils im Lebenslauf

Ein Kurzprofil kann – wenn es gut und sorgfältig geschrieben ist – sehr förderlich für eine Bewerbung sein. So ist es mit einem prominent am Anfang des Lebenslaufs gezeigten Abschnittes möglich:

  • Kurz und knapp alles Wichtige zu sich, seinen Skills und Qualifikationen zeigen zu können.
  • Personaler mit einer „catchy“ Zusammenfassung und prägnanten Zeilen zu überzeugen versuchen.
  • Die eigene Motivation und Eignung für eine Stelle herauszustreichen und dem Lebenslauf einen persönlichen Anstrich zu geben.
  • Sich als einzigartiger Bewerber zu positionieren und so aus der Masse an Bewerbern herauszustechen.

Viele Personaler schätzen zudem Kurzprofile, da sie so schnell einen Eindruck eines Bewerbers erhalten können. So müssen sie nicht jeden Lebenslauf im Detail von oben nach unten durchlesen, sondern können bequem anhand des Kurzprofils entscheiden, ob sie weiter interessiert sind – oder lieber zum nächsten Bewerber übergehen.

Die Nachteile des Kurzprofils im Lebenslauf

Was ein großer Pluspunkt sein kann, der einen aus der Masse herausstechen lässt, kann sich schnell auch einmal zu einem Bumerang entwickeln. Wenn du nämlich nicht genügend Mühe in das Verfassen deines Kurzprofils steckst, dann kannst du dich so schnell einmal selber disqualifizieren und riskierst, dass ein Personalverantwortlicher deinen Lebenslauf frühzeitig „ad acta“ legt.

Das kann sogar passieren, wenn du eigentlich viel Mühe und Energie für das Erstellen deines Kurzprofils aufwendest, damit aber nicht den Geschmack eines Personalers triffst. Denn egal wie viel Mühe du dir gibst, du musst immer eine gewisse Portion Kreativität ins Schreiben stecken, die wiederum von anderen Personen mal mehr und mal weniger positiv aufgenommen wird.

Die goldenen Regeln beim Erstellen eines Kurzprofils im Lebenslauf

Im Folgenden erfährst du die wichtigsten Regeln, die du beim Verfassen deines Kurzprofils unbedingt beachten solltest. Ein gutes Kurzprofil:

  • ist in der ersten Person geschrieben
  • ist kurz (maximal 5 Zeilen lang)
  • zeigt das Wichtigste zur eigenen Person, den Stärken und Ambitionen
  • ist spezifisch auf die Stelle ausgerichtet, auf die du dich bewirbst
  • hat einen klaren roten Faden und sticht durch eine prägnante Wortwahl heraus.

Was gehört eigentlich in ein Kurzprofil?

Auch wenn es keine formalen Regeln gibt, was denn nun alles in ein Kurzprofil gehört, so gibt es doch einige Informationen und Punkte, die du unbedingt aufführen solltest:

  • Deine wichtigsten Skills und Qualifikationen. Mit Betonung auf „die wichtigsten“, denn im Kurzprofil geht es darum, nur wirklich relevante Aspekte hervorzustreichen. Neben berufsspezifischen Fähigkeiten können auch kommunikative und Führungsqualitäten erwähnt werden.
  • Relevante Ausbildungsstationen und Berufserfahrung.
  • Deine Motivation und Eignung für die konkrete Stelle oder Branche. Du musst nicht zwingend die konkrete Position erwähnen, solltest dich aber nach den dazugehörenden Anforderungen und Rahmenbedingungen richten.

So sieht ein aussagekräftiges Kurzprofil aus

Hier sind zwei Beispiele von gut geschriebenen und aussagekräftigen Kurzprofilen:

„Ich bin ein kreativer und ehrgeiziger Grafikdesigner mit der Fähigkeit, über den Tellerrand hinauszuschauen und innovative Designs zu entwickeln. Ich habe mein Studium in Grafikdesign an der Design Akademie Berlin mit Auszeichnung abgeschlossen und arbeite seit drei Jahren als Designer in verschiedenen Positionen. Ich bin stolz darauf, mit meiner Arbeit einen positiven Einfluss auf das Leben anderer Menschen und Unternehmen zu haben.“

„Ich bin eine fürsorgliche und engagierte Physiotherapeutin mit einer großen Leidenschaft für Menschen und deren Wohlergehen. Ich habe Erfahrung in der Betreuung von verschiedenen Patienten – von Kindern mit Entwicklungsproblemen bis hin zu Erwachsenen und älteren Menschen mit Verletzungen und Bewegungsstörungen. Ich verfüge über ausgezeichnete Kommunikationsfähigkeiten, sowohl schriftlich als auch mündlich, und ich arbeite sehr gerne mit Menschen zusammen.“

Tipp

Brauchst du zusätzliche Unterstützung beim Verfassen deines Kurzprofils? Dann probier einmal einen Lebenslauf Generator aus. Dieser kann zwar keine Texte für dich schreiben, er gibt dir aber eine klare Struktur vor, an der du dich beim Schreiben orientieren kannst.

Wann wird ein Kurzprofil im Lebenslauf verwendet?

Das Aufführen eines Kurzprofils ist im deutschsprachigen Raum keineswegs Standard, wird aber immer beliebter und ist bei Personalern gerne gesehen. Dennoch sind Kurzprofile keineswegs Pflicht, sondern rein optional.

Die Frage ist nun also, ob sich ein Kurzprofil, respektive ein Über mich-Teil, im Lebenslauf auszahlt oder ob man sich die Mühe lieber sparen sollte. Eine pauschale Antwort gibt es nicht, denn die Entscheidung hängt stark von deiner Branche sowie deinen Schreibfähigkeiten ab.

Ein Muss in kreativen und kommunikativen Branchen – optional in technischen und formalen Berufen

In gewissen Branchen sind ausgeschriebene Kurzprofile weniger üblich als in anderen. Gerade in eher formalen, administrativen oder technischen Berufen reicht es oftmals völlig, wenn man sich auf einen tabellarischen Lebenslauf und das Aufführen von Qualifikationen, Ausbildung und Fähigkeiten beschränkt. Auch ein stichwortartiges Kurzprofil kann mitunter eine gute Option sein.

In anderen Branchen hingegen sind Kurzprofile nicht nur üblich, sondern auch sehr zu empfehlen. Das gilt insbesondere für kreative und kommunikative Tätigkeiten, wo Soft Skills, Charaktereigenschaften und eine starke Persönlichkeit im Zentrum stehen. Diese kann man oft viel besser in ausgeschriebener Textform ausdrücken – wofür sich ein Über mich-Abschnitt anbietet.

Fazit: Ein aussagekräftiges Kurzprofil kann dir einen Vorteil verschaffen

Alles in allem solltest du die Wirkung eines gut geschriebenen Kurzprofils oder Über mich-Abschnitts nicht unterschätzen. Personaler schätzen eine kurze Zusammenfassung im Lebenslauf – zudem kannst du dich, deine Erfahrung und Fähigkeiten damit sofort ins Rampenlicht stellen.

Sei dir aber bewusst, dass die Wahrnehmung eines Kurzprofils sehr subjektiv und individuell unterschiedlich sein kann. Zudem kann sich ein hastig verfasstes Kurzprofil mit Rechtschreibfehlern und fehlendem roten Faden schnell auch als Eigentor herausstellen. Gib dir also beim Verfassen viel Mühe und scheue auch nicht davor zurück, dein Kurzprofil für jede Bewerbung neu anzupassen.

Verschaffe dir einen Vorteil

Sorge dafür, dass deine Bewerbungen aus der Masse herausstechen.