Familienstand im Lebenslauf angeben oder weglassen?
Viele Bewerber sind unsicher, ob sie ihren Familienstand im Lebenslauf erwähnen sollten. Die kurze Antwort: Es ist keine Pflichtangabe. Ob du ihn angibst oder bewusst weglässt, hängt vor allem vom Land, der Branche und deiner persönlichen Situation ab.

Grundsätzlich gilt: Der Familienstand gehört zu den persönlichen Angaben und ist für die meisten Stellen nicht zwingend relevant. Trotzdem ist die Angabe in einigen Ländern – insbesondere im deutschsprachigen Raum – noch immer üblich. Deshalb stellt sich für viele Bewerber nicht nur die Frage, ob sie den Familienstand angeben dürfen, sondern ob sie es überhaupt sollten.
In diesem Artikel erfährst du:
- Ob der Familienstand im Lebenslauf Pflicht ist
- Wo du ihn im Lebenslauf angibst, wenn du dich dafür entscheidest
- Welche Formulierungen üblich sind
- Welche Gründe für oder gegen die Angabe sprechen
Muss der Familienstand im Lebenslauf angegeben werden?
In den meisten Fällen ist die Angabe des Familienstands im Lebenslauf rechtlich nicht vorgeschrieben. In Deutschland und in der EU dürfen Arbeitgeber Bewerber nicht aufgrund von persönlichen Merkmalen wie Familienstand, Geschlecht, Religion oder Staatsangehörigkeit benachteiligen. Das bedeutet: Informationen dazu, ob dein Familienstand ledig oder verheiratet ist, ob du kinderlos bist oder Kinder hast, sind freiwillig und können je nach persönlicher Entscheidung oder Relevanz für die Stelle angegeben werden.
Wie wird der Familienstand im Lebenslauf richtig angegeben?
Wenn du dich entscheidest, deinen im Lebenslauf deinen Familienstand anzugeben, wird diese Information in der Regel im persönlichen Abschnitt oben auf der ersten Seite aufgeführt, zusammen mit Name, Adresse, Geburtsdatum oder Kontaktinformationen.
Häufige Formulierungen sind kurz und sachlich, zum Beispiel:
- Familienstand: Ledig
- Familienstand: Verheiratet
- Familienstand: Verheiratet, 2 Kinder
Wichtig ist, dass die Angabe übersichtlich und prägnant bleibt. Sie sollte nicht unnötig ausführlich sein und sich auf die grundlegende Information beschränken.
Expert Tip
Angaben zum Familienstand gehören – wenn überhaupt – immer in den Lebenslauf und keinesfalls ins Bewerbungsschreiben.
Beispiele für die Angabe des Familienstands
Rechtlich gesehen bist du nicht gezwungen, den Familienstand im Lebenslauf anzugeben, da eine dementsprechende Diskriminierung verboten ist. Wenn du dich aber dafür entscheidest, solltest du die Information klar und übersichtlich in den persönlichen Daten platzieren – üblicherweise am Anfang des Lebenslaufs.
Wie das aussehen kann, siehst du am Beispiel unten – alternativ kannst du dich auch noch durch unsere verschiedenen Lebenslauf-Beispiele klicken, um zu sehen, wie die Angabe von Familienstand und persönlichen Daten im Allgemeinen in der Praxis gehandhabt wird.
m.johannson@example.com
•
0172 6443711
•
linkedin.com/marina-johannson
•
verheiratet, keine Kinder
Was versteht man unter dem Familienstand?
Der Familienstand beschreibt den rechtlichen Status einer Person in Bezug auf Ehe oder eingetragene Partnerschaft, zum Beispiel ledig, verheiratet, geschieden oder verwitwet. Die genaue Bezeichnung kann sich je nach Land leicht unterscheiden, wie die folgende Übersicht zeigt:
Familienstand in Deutschland 🇩🇪 |
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Zivilstand in |
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Personenstand |
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Gibt es bei der Angabe des Familienstands länderspezifische Unterschiede?
Ob du deinen Familienstand im Lebenslauf angibst, hängt auch vom Land ab, in dem du dich bewirbst. Während die Angabe im deutschsprachigen Raum teilweise noch üblich ist, wird sie in vielen anderen Ländern bewusst weggelassen.
Land/Region | Familienstand im Lebenslauf |
Deutschland, Österreich, Schweiz | Teilweise noch üblich |
Niederlande, Frankreich, Belgien | Eher unüblich |
USA, UK, Kanada | Nicht empfohlen |
Häufig noch üblich |
Wenn du dich im Ausland bewerben möchtest, solltest du dich vorab erkundigen, wie die jeweiligen kulturellen, gesellschaftlichen und gesetzlichen Rahmenbedingungen aussehen und diese beim Erstellen deiner Bewerbung berücksichtigen.
Tipp
Informiere dich daher vorab über die üblichen Standards im jeweiligen Land. Verschiedene länderspezifische Informationen findest du unter anderem im Jobseeker Karriereportal, etwa zu Bewerbungen in der Schweiz, in Spanien oder im englischsprachigen Raum.
Auf Jobseeker findest du Lebenslauf-Vorlagen – schnell und einfach zu nutzen, mit passenden Abschnitten, in denen du bei Bedarf auch Angaben zu Familienstand oder Kindern ergänzen kannst, sowie passenden Bewerbungsschreiben-Mustern.
Gründe, den Familienstand im Lebenslauf anzugeben
Auch wenn die gängige Praxis mittlerweile vorsieht, dass der Familienstand nicht in den Lebenslauf gehört, gibt es Umstände oder Gründe, die für eine Angabe sprechen. Dazu gehören die folgenden:
Gründe, den Familienstand im Lebenslauf anzugeben
- Erwartung in der Praxis: In deutschsprachigen Ländern ist die Angabe des Familienstands nach wie vor üblich und wird von vielen Personalverantwortlichen teilweise erwartet.
- Berücksichtigung von Familienpflichten: Arbeitgeber möchten oft wissen, ob Bewerber Kinder haben oder Betreuungspflichten bestehen, um mögliche Arbeitszeiten, Einsatzbereitschaft oder Flexibilität einschätzen zu können.
- Flexibilität bei Geschäftsreisen oder Auslandseinsätzen: Ein lediger Familienstand kann in Rollen mit häufigen Reisen oder kurzfristigen Wechseln als Vorteil wahrgenommen werden.
- Langfristige Karriereperspektiven: Bei Stellen, die Loyalität und langfristiges Engagement erfordern, kann ein verheirateter Bewerber Stabilität und Beständigkeit signalisieren.
- Transparenz im Vorstellungsgespräch: Spätestens bei Gesprächen oder Interviews werden solche Informationen oft ohnehin thematisiert – eine frühzeitige Angabe kann Unsicherheiten vermeiden.
Wichtig: Laut dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz bist du nicht verpflichtet, diese Angaben zu machen – sie bleiben freiwillig und sollten nur dann aufgenommen werden, wenn sie einen Mehrwert für die Bewerbung bieten.
Gründe, im Lebenslauf den Familienstand nicht anzugeben
Die Angabe des Familienstands ist freiwillig. Zu den Gründen, warum Bewerber diese Information weglassen, gehören die folgenden:
Gründe, im Lebenslauf den Familienstand nicht anzugeben:
- Keine gesetzliche Pflicht: Seit Inkrafttreten des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) musst du deinen Familienstand nicht angeben. Arbeitgeber dürfen dich auch nicht rechtlich benachteiligen, wenn diese Angabe fehlt.
- Schutz der Privatsphäre: Persönliche Lebenssituationen wie Scheidung, Verwitwung oder Trennung müssen nicht offengelegt werden, besonders wenn sie mit belastenden Erfahrungen verbunden sind.
- Fehlende Relevanz für die Stelle: Dein Familienstand sagt nichts über deine Qualifikation, Fähigkeiten oder Einsatzbereitschaft aus – er ist für die meisten Positionen nicht entscheidend.
- Vermeidung von Vorurteilen: Auch Personaler sind nicht frei von stereotypischem Denken. Angaben zu Familienstand oder Kindern könnten unbewusst zu Vorbehalten führen und deine Chancen auf die Stelle beeinträchtigen.
- Fokus auf Wesentliches: Ohne die Angabe des Familienstands liegt der Schwerpunkt im Lebenslauf auf fachlichen Qualifikationen, Erfahrungen und Kompetenzen, die tatsächlich für die Bewerbung relevant sind.
Wenn du befürchtest, aufgrund deiner familiären Situation im Bewerbungsverfahren benachteiligt zu werden, dann solltest du im Lebenslauf Angaben wie verheiratet, ledig oder zu den Kindern weglassen. Solltest du im Vorstellungsgespräch danach gefragt werden, kannst du immer noch deine Argumente vorbringen, die sich auf Papier häufig nicht erklären lassen.
Familienstand im Lebenslauf: Die wichtigsten Punkte
Ein professionell gestalteter Lebenslauf ist der Schlüssel, um bei Arbeitgebern einen starken Eindruck zu hinterlassen. Für die meisten Personaler zählen vor allem Erfahrungen und Kenntnisse, während Familienstand und weitere persönliche Details weniger relevant sind. Mit den Tools von Jobseeker kannst du schnell und einfach einen ansprechenden CV erstellen, der alle wichtigen Informationen übersichtlich präsentiert und bei dem du deine Angaben maßgeschneidert an die Anforderungen anpassen kannst.
Du entscheidest selbst, ob du persönliche Angaben wie den Familienstand einfügen oder weglassen möchtest – Jobseeker hilft dir dabei, diese Informationen korrekt zu platzieren, ohne dass Layout oder Design darunter leiden. So stellst du sicher, dass dein Lebenslauf ins Auge sticht und deine relevanten Qualifikationen optimal hervorhebt. Und damit dir auch beim Anschreiben die richtigen Worte einfallen, findest du auf der Plattform zahlreiche Bewerbungsschreiben-Beispiele mit Formulierungsvorschlägen für verschiedene Ausgangssituationen.
FAQ: Familienstand im Lebenslauf
Sollte ich angeben, ob ich Kinder habe?
Ob du im Lebenslauf angibst, dass du Kinder hast, hängt in erster Linie von der Stelle und dem Unternehmen ab. In manchen Berufen, etwa im sozialen Bereich oder als Lehrer, kann dies Verantwortungsbewusstsein und Loyalität signalisieren. Andererseits könnten Arbeitgeber dies fälschlicherweise mit geringerer Flexibilität oder höheren Kosten verbinden.
Weitere Tipps zu dieser Frage findest du im vollständigen Artikel Lebenslauf: Kinder angeben.
Ist „verlobt“ ein Familienstand?
Nein, „verlobt“ gilt in Deutschland nicht als offizieller Familienstand. Zu den rechtlich anerkannten Familienständen zählen zum Beispiel ledig, verheiratet, geschieden oder verwitwet. Eine Verlobung hat keinen rechtlichen Status und muss daher im Lebenslauf nicht angegeben werden.
Wenn du dennoch einen Familienstand angeben möchtest, kannst du stattdessen „ledig“ verwenden. Grundsätzlich ist die Angabe des Familienstands im Lebenslauf jedoch optional und heute oft nicht mehr erforderlich.
Ist „alleinerziehend“ ein Familienstand?
Nein, „alleinerziehend“ ist kein offizieller Familienstand. Es beschreibt eine Lebenssituation, aber keinen rechtlichen Status. Zu den anerkannten Familienständen zählen beispielsweise ledig, verheiratet, geschieden oder verwitwet.
Soll ich „ledig“ oder „geschieden“ angeben?
Wenn du dich entscheidest, deinen Familienstand im Lebenslauf anzugeben, solltest du den korrekten rechtlichen Status verwenden – also „ledig“ oder „geschieden“, je nach deiner Situation. Beide Angaben sind zulässig und üblich.
Grundsätzlich gilt jedoch: Die Angabe des Familienstands ist heute optional und in vielen Fällen nicht mehr erforderlich. Wenn sie keinen Mehrwert für die Stelle bietet, kannst du sie auch einfach weglassen.
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