Nebentätigkeiten im Lebenslauf

Nebentätigkeiten im Lebenslauf

Bist du dir unsicher, ob du deine Nebenjobs im Lebenslauf angeben solltest? Dann bist du hier richtig, denn wir zeigen dir wann – und vor allem wie du Nebentätigkeiten am besten im Lebenslauf präsentieren solltest.

Der Vorteil von Nebenjobs im Lebenslauf

Zuerst einmal muss gesagt werden: Das Angeben von Nebentätigkeiten im Lebenslauf ist ein umstrittenes Thema und sorgt bei Bewerbern immer wieder für Unsicherheit. Schließlich ist das Angeben von Nebentätigkeiten nicht obligatorisch. Nebenjobs im Lebenslauf können dir aber zweifellos ein paar Vorteile verschaffen:

  • Sie machen deinen Werdegang spannender
  • Bei wenig Berufserfahrung bieten sie eine Ergänzung deines Bewerberprofils
  • Je nach Relevanz deiner Nebentätigkeiten können Sie vielfältige Fähigkeiten und Qualifikationen unter Beweis stellen
  • Nebentätigkeiten neben einer Ausbildung oder einem Studium können Belastbarkeit und Vielseitigkeit demonstrieren – beides positive Eigenschaften
  • Selbständige Tätigkeiten bezeugen Unternehmergeist – eine Fähigkeit, die bei Personalern sehr gefragt ist

Du siehst also: Es gibt einige Punkte, die dafür sprechen können, deine Nebentätigkeiten im Lebenslauf aufzuführen. Da die Dauer und Relevanz von Nebenjobs sehr unterschiedlich ist, gibt es dabei aber einige weitere Dinge zu beachten – doch mehr dazu gleich.

Die Nachteile von Nebentätigkeiten im Lebenslauf

Nebenjobs im Lebenslauf zu erwähnen kann nicht nur positive, sondern durchaus auch negative Effekte haben, die du beim Erstellen deines Lebenslaufs berücksichtigen solltest:

  • Zu viele Nebentätigkeiten können den Rahmen deines Lebenslaufs sprengen und den Platz für andere, relevantere Angaben wegnehmen (unsere Empfehlung lautet, dass dein Lebenslauf maximal 2 Seiten lang werden sollte).
  • Nebenjobs – gerade auch Studentenjobs – haben häufig nur eine geringe Relevanz für deine Bewerbung, da sie zu fachfremd sind. Beispiele sind Aushilfsjobs im Kino oder einem Café, wenn du dich auf eine hochqualifizierte Stelle bewirbst (z. B. bei der öffentlichen Verwaltung oder einem internationalen Konzern).
  • Viele Nebenjobs vermitteln nur wenige positive Eigenschaften und stellen für deine Bewerbung keinen großen Mehrwert dar. Das gilt vor allem für Nebenjobs, die wenig Skills erfordern (wie z. B. das Auffüllen von Regalen im Supermarkt).

Welche Nebentätigkeiten sollte ich nun im Lebenslauf angeben?

Wir haben also gesehen, dass es beim Aufführen von Nebenjobs sowohl positive als auch negative Argumente zu berücksichtigen gilt und dass man nicht alle Nebentätigkeiten „über einen Kamm scheren“ kann.

Wir möchten dir deshalb an dieser Stelle dabei helfen, die Nebentätigkeiten zu identifizieren, die durchaus Platz in deinem Lebenslauf haben – und welche du lieber weglassen solltest.

1. Fachliche Relevanz

Das erste Kriterium gilt für Nebenjobs und „reguläre“ Berufserfahrung gleichermaßen. Denn egal, ob du nur 20 % oder 100 % in einer Stelle gearbeitet hast – letztlich steht die fachliche Relevant deiner Tätigkeit im Zentrum.

Was meinen wir damit? Die Nebentätigkeiten, die du im Lebenslauf aufführen möchtest, müssen natürlich nicht 1 : 1 zu der Position passen, auf die du dich bewirbst. Das ist zwar der Idealfall, doch häufig sind Nebenjobs nun einmal nicht auf der gleichen Stufe wie eine normale Stelle.

Fachliche Relevanz kannst du insbesondere an den Qualifikationen und Fähigkeiten eruieren, die eine Tätigkeit erfordert: So erfordert zum Beispiel eine Stelle im Bereich Marketing oder Kommunikation ausgeprägte soziale und zwischenmenschliche Kompetenzen.

Wenn du nun Nebentätigkeiten vorzuweisen hast, bei denen die Interaktion mit Menschen im Zentrum stand, dann können diese durchaus einen Mehrwert für dein Profil darstellen. Nebenjobs im Call-Center, Restaurant oder Kino können in diesem Fall also durchaus einen berechtigten Platz in deinem Lebenslauf bekommen.

2. Dauer

Beim Entscheiden, ob du eine Nebentätigkeit erwähnen solltest oder nicht, ist neben der Relevanz auch die Dauer ein gutes Kriterium. Es macht nämlich keinen Sinn, eine Handvoll von Nebenjobs zu erwähnen, wenn du diesen jeweils nur einige Wochen oder Monate nachgegangen bist.

Eine „harte“ Zahl festzulegen, welche Mindestdauer angemessen ist, erscheint dabei wenig sinnvoll. Vielmehr solltest du im Zusammenhang mit der fachlichen Relevanz des Nebenjobs sowie deinen weiteren beruflichen Stationen entscheiden, ob du diesen aufnehmen sollst oder nicht.

Als Faustregel kann dir dabei helfen, keine Nebentätigkeiten zu erwähnen, die weniger als zwei Monate lang gedauert haben (außer diese sind fachlich äußerst relevant und stellen einen Mehrwert für dich dar).

Zudem gilt: Je weiter eine (kurze) Nebentätigkeit in der Vergangenheit zurückliegt, desto eher solltest du diese in deinem Lebenslauf weglassen – da sie wenig über deine aktuelle Situation und berufliche Qualifikation aussagen.

3. Wenig Berufserfahrung

Ein weiterer Grund, einen Nebenjob in deinen Lebenslauf aufzunehmen, kann sein, wenn du Berufseinsteiger bist und nur wenig relevante Berufserfahrung vorzuweisen hast. Aber auch das ist noch kein „Blankoscheck“ dafür, irrelevante und kurze Nebentätigkeiten aufzulisten.

Auch wenn du ansonsten über keinerlei relevante Berufserfahrung verfügst, solltest du dir überlegen, welchen Nutzen dir das Erwähnen einer Stelle bringt. Während gewisse Nebenjobs deinen Lebenslauf aufwerten und interessanter machen können, so sind andere nur eine Ablenkung und vermitteln wenig Positives. Dann kann es sogar sinnvoll sein, dich voll auf andere Lebenslaufaspekte wie deine Ausbildung oder sonstige Qualifikationen zu fokussieren.

4. Ehrenamtliche Nebentätigkeiten

Neben bezahlten Nebenjobs gibt es noch eine weitere Form von Nebentätigkeiten: unbezahlte und ehrenamtliche Engagements – sei es in Vereinen, Verbänden oder selbständig auf eigene Faust. Das kann zum Beispiel die freiwillige Arbeit als Trainer in einem Sportverein, das Schreiben für eine Studentenzeitung oder das Leiten eines Chors sein.

Gerade Studenten und Berufseinsteiger, die noch wenig oder keine Berufserfahrung besitzen, sollten ihre ehrenamtlichen Engagements unbedingt im Lebenslauf angeben.

Aufpassen solltest du beim Angeben von Engagements in politischen Parteien oder religiösen Gruppierungen sein. Diese können von Personalern je nach Formulierung durchaus negativ wahrgenommen werden.

Was ist mit aktuellen Nebentätigkeiten?

Eine ganz andere Ausgangslage liegt bei Nebenjobs vor, denen du zur Zeit deiner Bewerbung nachgehst. Das können Jobs als Angestellter in Aushilfs- oder Teilzeitbasis sein oder das Arbeiten als Freelancer, respektive Entrepreneur.

In beiden Fällen solltest du deine aktuelle Nebentätigkeit unbedingt in deinem Lebenslauf angeben, da Personaler wissen wollen, woran sie mit dir sind. Es würde für eine negative Überraschung sorgen, wenn Personaler erst später herausfinden, dass du zurzeit noch anderweitig tätig und deshalb zeitlich nicht frei verfügbar bist.

Es ist dabei durchaus möglich, dass du deine Nebentätigkeit auch beim Annehmen einer neuen Stelle nicht aufgeben musst. Das gilt insbesondere, wenn du dich auf eine Teilzeitstelle bewirbst.

Auf jeden Fall solltest du deinen potenziellen Arbeitgeber aber frühzeitig über deiner Nebentätigkeit informieren, um dieses Thema im weiteren Bewerbungsverlauf ansprechen zu können.

Wohin gehören Nebentätigkeiten im Lebenslauf?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie du Nebentätigkeiten in deinem Lebenslauf einbauen kannst. Fachlich relevante Nebenjobs kannst du meist direkt im Abschnitt „Berufserfahrung“ auflisten (immer mit der Angabe von Titel, Tätigkeitsbeschreibung, Unternehmen, Ort und Dauer).

Es gibt aber auch die Option, deine Nebentätigkeiten von deiner „regulären“ Berufserfahrung zu trennen und in einem separaten Abschnitt „Nebentätigkeiten“ zu präsentieren.

Ehrenamtliche und freiwillige Engagements solltest du im Gegensatz zu „normalen“ Nebenjobs nicht bei deiner Berufserfahrung angeben, sondern am besten in einem eigenen Abschnitt „Ehrenamtliche Tätigkeiten“, oder „Soziales Engagement“.

Fazit: Nebentätigkeiten haben durchaus ihren Platz im Lebenslauf – aber nicht alle

Beim Aufführen von Nebenjobs im Lebenslauf steht immer die wichtige Frage im Zentrum: Bringt das Erwähnen einer Nebentätigkeit einen Mehrwert für mein Profil und letztlich meinen Bewerbungserfolg? Dies ist nämlich nur dann der Fall, wenn die erwähnten Nebenjobs entweder fachlich relevant sind oder aber wichtig Fähigkeiten und Kompetenzen demonstrieren, die du dabei erworben hast.

Verschaffe dir einen Vorteil

Sorge dafür, dass deine Bewerbungen aus der Masse herausstechen.