Einleitung Bewerbungsschreiben - so gelingt sie!
Von Christina Leitner, Autorin • Zuletzt aktualisiert am 31. Mai 2024

Einleitung Bewerbungsschreiben - so gelingt sie!

Der erste Eindruck zählt - diese alte Weisheit gilt auch in Sachen Bewerbungsschreiben und so sind hier die ersten Sätze, also jene in der Einleitung, besonders wichtig. Doch wenn etwas gut gelingen soll, kann die Umsetzung mitunter schwerfallen. Dabei reichen oft schon ein paar einfache Tipps aus, um Abhilfe zu schaffen und eine gelungene Bewerbungseinleitung zu verfassen.

In erster Linie ist Originalität gefragt, um von Anfang an das Interesse des Empfângers zu wecken und ihn zum Weiterlesen anzuregen. Einfacher gesagt solltest du auf leere Plattitüden verzichten und dein Bewerbungsschreiben stattdessen damit einleiten, dass du deine Motivation erläuterst und darlegst, was dich für die ausgeschriebene Stelle qualifiziert.

Darum ist die Einleitung deines Bewerbungsschreibens so wichtig

Das Bewerbungsschreiben ist nicht nur einer der wichtigsten Bestandteile der Bewerbungsunterlagen, sondern es steht zudem auch an prominenter Stelle, nämlich ganz am Anfang. Zwar mögen viele Personalbeauftragte zuerst zum Lebenslauf greifen, dennoch ist das Anschreiben jenes Dokument, das der Empfänger als erstes sieht. 

Dieser Punkt sollte nicht unterschätzt werden - denn der erste Eindruck zählt. Und um sich einen ersten Eindruck zu verschaffen, genügen laut zahlreicher Studien kurze sieben Sekunden oder eben ein rascher Blick aufs Papier.

Dos and Don'ts in der Einleitung

Da im Bewerbungsschreiben die Einleitung dazu dient, den berühmten ersten Eindruck zu vermitteln, ist sie folglich besonders wichtig. Ebenso wichtig ist es, gewisse Punkte - oder um es neudeutsch auszudrücken - die Do’s und Dont’s - in Sachen Einleitung zu beachten. 

Do’s: Wähle die richtige Ansprache. Wende dich mit „Sehr geehrter Herr …” oder „Sehr geehrte Frau …” direkt an die zuständige Person. Wenn diese nicht bereits namentlich in der Stellenanzeige erwähnt wird, kannst du den Namen im Internet recherchieren oder durch einen Anruf im Unternehmen herausfinden. Schreibe kurze und prägnante Sätze und wähle individuelle Formulierungen, die deiner Persönlichkeit Ausdruck verleihen. Erläutere, warum du Interesse an der Stelle hast und weshalb du dafür geeignet bist.

Dont’s:  Vermeide den Gebrauch des Konjunktivs. Auch floskelhafte Formulierungen haben hier nichts verloren, denn sie sind nichtssagend und du verbrauchst damit nur wertvollen Platz. Halte dich an die Wahrheit und übertreibe nicht - wenn sich deine Qualifikationen bzw. Erfahrungen nicht zu hundert Prozent mit den Anforderungen decken, solltest du nichts erfinden, sondern offen damit umgehen und erklären, wie du allfällige Defizite ausgleichen kannst.

Tipp

Formulierungen wie „Ich würde mich freuen …”, „Ich möchte mich gerne bewerben …” sollten vermieden werden. Der Konjunktiv hat keinen Platz in einem Anschreiben und schon gar nicht in der Einleitung. Hätte, würde, könnte - damit vermittelst du den Eindruck, als seist du nicht sicher, ob du für die Stelle wirklich geeignet bist oder nicht.

Tipps für die Einleitung

Zwar weißt du jetzt, worauf es im Bewerbungsschreiben bei einer guten Einleitung ankommt, aber die Umsetzung fällt dir schwer? Keine Sorge, da bist du nicht allein, denn ein Motivationsschreiben ist immer individuell - und zwar nicht nur in Bezug auf deine Person, sondern auch auf das Unternehmen, bei dem du dich bewirbst, bzw. auf die ausgeschriebene Stelle. Wir haben daher einige Tipps zusammengestellt, mit denen eine überzeugende Anleitung gelingen sollte. 

Bevor du mit dem Schreiben loslegst, ist es eine gute Idee, dir genau zu überlegen, wie du dich präsentieren oder, anders ausgedrückt, wie du wahrgenommen werden möchtest. Du solltest in deiner Bewerbung - und damit auch in der Einleitung -  authentisch bleiben, denn was nützt es dir, im Bewerbungsprozess einen Schritt weiterzukommen, wenn deine Persönlichkeit eigentlich gar nicht zur Stelle oder zur Branche passt? 

Wenn du deine Bewerbung und den Einleitungssatz auf die Stelle zuschneiden möchtest, dann hilft es, vorab die Anzeige genau zu analysieren und darauf Bezug zu nehmen. Nenne im Bewerbungsschreiben in der Einleitung Beispiele für jene Kompetenzen und Erfahrungen, die dich zum geeigneten Kandidaten für die Stelle machen. Es macht einen guten Eindruck, wenn du gleich zu Beginn zeigst, dass du dich mit der Stellenausschreibung auseinandergesetzt hast. Wenn du zusätzlich auch noch deine Motivation nennst, signalisierst du damit Selbstvertrauen und vermittelst dem Leser, dass du weißt, was du möchtest.

Tipp

Wenn du dich gleich von Anfang an von Mitbewerbern abheben möchten, solltest du auf einen kreativen und individuellen Einstieg setzen. Dies kann beispielsweise in Form einer Anekdote sein, die du nutzt, um Bezug auf die ausgeschriebene Stelle zu nehmen. Achte allerdings darauf, dass du im Rahmen bleibst und die Einleitung in deinem Bewerbungsschreiben nicht länger als zwei bis drei Sätze wird.

Häufige Fehler in der Einleitung

Einer der häufigsten Fehler ist die Verwendung langer, verschachtelter Einleitungssätze in der Bewerbung. Das solltest du vermeiden. Versuche stattdessen, zu komplizierte oder lange Sätze zu teilen, sodass sie eine Länge von maximal zwei Zeilen haben. Da es in der Bewerbung darum geht, sich selbst und seine Qualifikationen in einem guten Licht zu präsentieren, machen viele Bewerber außerdem den Fehler, nur von sich selbst zu schreiben, ohne auf das Unternehmen einzugehen. Das kannst du umgehen, indem du beispielsweise erläuterst, dass du dich mit den Werten des Unternehmens identifizierst. 

Während wir bereits darauf hingewiesen haben, dass die Möglichkeitsform in einem Bewerbungsschreiben nichts verloren hat, möchten wir hier außerdem ausdrücklich darauf hinweisen, dass dasselbe für Rechtschreib- und Grammatikfehler gilt. Man möchte es kaum glauben, aber trotz zahlreicher Rechtschreibprogramme gibt es immer noch Bewerber, die es schaffen, bereits in der Einleitung für das Bewerbungsschreiben mit Fehlern aufzufallen. Dass das nicht gut ankommt, versteht sich von selbst.

Beispiele für situationsbedingte Einleitungssätze deiner Bewerbung

Da es sich beim Bewerbungsschreiben um eine höchst individuelle Angelegenheit handelt, sollte für jede Bewerbung die Einleitung und auch der restliche Text neu geschrieben bzw. angepasst werden. Denn so wie sich deine Qualifikationen und Erfahrungen von denen anderer Bewerber unterscheiden, so unterscheiden sich auch verschiedene Stellenprofile. 

Die Anforderungen variieren - und zwar je nach Jobbeschreibung, aber auch nach Branche und Unternehmen. Als sei das nicht genug, gibt es auch unterschiedliche Ausgangssituationen. Vielleicht bist du gezwungen, dir einen neuen Job zu suchen oder aber du strebst eine Veränderung an und bewirbst dich bei einem Unternehmen, auch wenn es keine Stelle ausgeschrieben hat. Daher hilft es im Sinne einer erfolgreichen Bewerbung, für einen gelungenen Einleitungssatz mehrere Beispiele zur Hand zu haben, an denen du dich orientieren kannst.

Im Falle einer sogenannten Initiativbewerbung möchtest du dem Unternehmen dein Interesse signalisieren und zeigen, dass du dich aktiv mit seinen Zielen und Werten beschäftigt hast. Du kannst je nach Ausgangssituationen folgende Einleitungen für die Bewerbung wählen:

„Als führendes Unternehmen in der X-Branche nimmt der Kundendienst einen entsprechend hohen Stellenwert ein. Mit meiner bisherigen Erfahrung im Vertriebswesen kann ich einen persönlichen Beitrag zum Ausbau Ihres Kundenstamms leisten …”

„Eine globale Ausrichtung wie die Ihres Unternehmens erfordert flexible Mitarbeiter mit internationaler Erfahrung. Dank meiner mehrjährigen Tätigkeit im Ausland und meinen Fremdsprachenkenntnissen bin ich versiert im Umgang mit ausländischen Kunden und Partnern …”

Wenn du einen Berufswechsel oder eine Neuorientierung anstrebst, dann solltest du dies gleich in der Einleitung erwähnen, vor allem dann, wenn du als Quereinsteiger die Branche wechseln möchtest. Und so gelingt es:

„Ich sehe es als eine spannende Herausforderung, meine langjährigen Erfahrungen in xxx in die xxx-Branche zu übertragen und in Ihrem Unternehmen anzuwenden ...”

„Nach meiner Karriere im Bereich xxx möchte ich eine neue Richtung einschlagen und meine Fähigkeiten zukünftig in einer komplett neuen Branche zielorientiert einbringen ...“

Nicht nur Quer-, sondern auch Berufseinsteiger sollten in der Bewerbung bereits im Einleitungssatz auf ihre  aktuelle Situation eingehen und diese dabei positiv und für das Unternehmen möglichst gewinnbringend darstellen. Mit folgenden Ansätzen kannst du bei der Einleitung für das Bewerbungsschreiben punkten:

„Im Rahmen meines Studiums habe ich meine große Begeisterung für xxx entdeckt und wertvolle Fachkenntnisse erworben. Diese warten nur darauf, in der Praxis angewandt zu werden und ein innovatives Unternehmen wie das Ihre ...“

„Während diverser Praktika im Rahmen meiner Ausbildung konnte ich wertvolle erste Erfahrungen im Bereich xxx sammeln. Diese möchte ich sehr gerne in einem international agierenden Unternehmen einbringen und weiter vertiefen.“ 

Etwas weniger schwierig gestaltet sich die Suche nach der passenden Einleitung, wenn du einen neuen Arbeitgeber in deiner bisherigen Branche suchst. Du könntest so oder ähnlich - angepasst an dein Berufsfeld - argumentieren:

„Ich bin begeistert von Ihren spannenden Projekten, die immer wieder in den Medien vorgestellt werden, und überzeugt davon, dass ich meine langjährige Erfahrung in diesem Bereich effektiv in Ihrem Unternehmen einbringen kann …”

„Nach langjähriger Tätigkeit als xxx im Bereich xxx ist es Zeit für eine Veränderung. Die in Ihrer Stellenausschreibung beschriebenen Anforderungen decken sich mit meinen bisherigen Erfahrungen und Kompetenzen …”

Egal, wie sich deine individuelle Ausgangssituation darstellt - alles in allem gilt es, Selbstbewusstsein an den Tag zu legen und diejenigen Punkte in den Vordergrund zu stellen, die dich für die Stelle qualifizieren. 

Selbst wenn du dich aus der Position der Arbeitslosigkeit heraus bewirbst, solltest du dich nicht auf diesen Aspekt konzentrieren, sondern auf die Zukunft und auf die Möglichkeiten, die eine neue Stelle bietet. Personalverantwortliche möchten in der Bewerbung nicht lesen, was der Grund für deine Arbeitslosigkeit ist, sondern mehr darüber erfahren, was dich zum geeigneten Kandiaten für ihr Unternehmen macht.

Checkliste für die Einleitung deiner Bewerbung

Damit du bei zukünftigen Bewerbungen einen ansprechenden Einleitungssatz findest, der überzeugt und zum Weiterlesen animiert, haben wir die wichtigsten Tipps aus diesem Beitrag noch einmal in einer Checkliste übersichtlich zusammengefasst. Achte unbedingt auf die folgenden Punkte, um einen professionellen Eindruck zu erwecken:

  • Vermeide den Konjunktiv - damit vermittelst du Selbstsicherheit
  • Verwende kurze und prägnante Sätze mit Fokus auf deine Motivation und Qualifikation für die Stelle
  • Schreib zwei bis drei erste Sätze für die Bewerbung und formuliere sie so, dass sie einen schlüssigen Übergang zum Hauptteil bilden
  • Passe die Einleitung immer an das Unternehmen und an die jeweilige Stellenausschreibung an

Und wenn du dir immer noch nicht sicher bist, ob du alles richtig gemacht hast oder weitere Tipps sowie Beispiele für gelungene Einleitungssätze suchst, dann findest du diese im Bereich unter den Bewerbungsschreiben-Vorlagen und -Artikeln auf Jobseeker.

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Autorin
Christina Leitner, freiberufliche Journalistin und Texterin, gibt ihre langjährige Erfahrung im Bewerbungscoaching in Form praktischer Tipps und leicht lesbarer Artikel an Jobsuchende – vom Absolventen bis zur Wiedereinsteigerin – weiter.

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