Stärken und Schwächen im Bewerbungsschreiben
Von Bea Flader, Copywriter • Zuletzt aktualisiert am 10. Juli 2026

Stärken und Schwächen im Bewerbungsschreiben

Viele Bewerber tun sich schwer damit, im Bewerbungsschreiben über ihre Stärken und Schwächen zu sprechen. Schließlich möchtest du selbstbewusst wirken, ohne arrogant zu klingen und ehrlich sein, ohne deine Chancen auf den Job zu verschlechtern.

Entscheidend ist dabei nicht nur, welche Eigenschaften du nennst, sondern auch, wie du sie formulierst und mit konkreten Beispielen belegst. Gut gewählte Stärken können deine Eignung für die Stelle unterstreichen, während professionell erklärte Schwächen zeigen, dass du reflektiert bist und an dir arbeitest.

In diesem Artikel erfährst du:

  1. welche Stärken sich fürs Bewerbungsschreiben eignen,
  2. welche Schwächen du besser vermeiden solltest,
  3. wie du Eigenschaften professionell formulierst,
  4. und welche Beispiele du direkt übernehmen kannst.

Was bedeuten Stärken und Schwächen für die Karriere?

Die Frage nach deinen Stärken und Schwächen steht spätestens im Vorstellungsgespräch an. Personaler möchten anhand deiner persönlichen Eigenschaften, die du im Anschreiben und im Lebenslauf präsentierst, herausfinden, ob du für die Stelle geeignet bist und ob du gut ins Team und in das Unternehmen passt.

Dabei kommt es neben deiner beruflichen Qualifikation auch auf deine charakterlichen Wesenszüge an – denn sie entscheiden darüber, wie gut du deine fachliche Kompetenz in der Praxis umsetzen kannst: Wenn du ein 1A-Zahnarzt bist, ist es für deine Karriere wenig hilfreich, wenn du nicht empathisch bist und deshalb nicht auf Angstpatienten eingehen kannst. Auch eine ungeduldige Erzieherin wird sich im Kindergartenalltag schwertun.

Oft liegen Stärken und Schwächen nah beieinander, weshalb auch Schwächen nicht nur negativ besetzt sind. Umgekehrt können auch Stärken zum Nachteil werden, z. B. wenn du zu ehrgeizig bist oder zu gerne die Führung übernimmst. Auf das richtige Maß kommt es an.

Do's:

  • Wähle Stärken, die zur ausgeschriebenen Stelle passen.
  • Belege deine Stärken mit konkreten Beispielen aus Studium, Ausbildung oder Beruf.
  • Formuliere Schwächen ehrlich, aber lösungsorientiert.
  • Zeige, dass du an deinen Schwächen arbeitest.
  • Achte auf das richtige Maß: Eine Stärke sollte nicht übertrieben wirken.

Dont's:

  • Nenne beliebige Eigenschaften ohne Bezug zur Position.
  • Beschreibe dich nur mit allgemeinen Floskeln wie „teamfähig“ oder „motiviert“.
  • Wähle Schwächen, die für die Stelle ein klares Ausschlusskriterium sind.
  • Stelle Schwächen als unveränderliche Charaktereigenschaften dar.
  • Präsentiere dich überheblich oder vollkommen fehlerfrei.

Kurz gesagt: Stärken und Schwächen sind im Bewerbungsprozess nur dann überzeugend, wenn sie zur Stelle passen und glaubwürdig formuliert sind. Im nächsten Schritt geht es deshalb darum, welche Eigenschaften du im Bewerbungsschreiben nennen kannst und welche du besser vermeidest.

Warum sind Stärken und Schwächen bei der Bewerbung wichtig?

Stärken in der Bewerbung sollen das Unternehmen von deiner Eignung für den Job überzeugen. Doch niemand hat nur positive Eigenschaften, deshalb ist der aufrichtige, reflektierte Umgang mit Schwächen genauso wichtig. Auch beim Vorstellungsgespräch solltest du Schwächen nicht kategorisch von dir weisen, das wäre wenig glaubhaft.

Im Bewerbungsschreiben solltest du dich jedoch auf deine Stärken konzentrieren und untermauern, warum gerade du der perfekte Match für die Stelle bist. Es kann sich im Einzelfall anbieten, auch im Anschreiben auf die eine oder andere Schwäche hinzuweisen, z. B. auf eine noch nicht sehr ausgeprägte Fähigkeit, wenn du noch am Anfang deiner Karriere stehst, aber andere wertvolle Talente für das Unternehmen im Paket hast.

Mit den Vorlagen für Bewerbungsschreiben von Jobseeker kannst du deine Stärken und Schwächen klar und professionell präsentieren. Unsere Templates helfen dir dabei, überzeugende Formulierungen sinnvoll in dein Anschreiben zu integrieren.

Wie finde ich meine Stärken und Schwächen heraus?

Nicht für jeden Jobsuchenden ist es einfach, seine Stärken und Schwächen zu benennen. Gerade Berufseinsteigern fehlt es oft an Übung, andere wiederum befürchten, die Formulierung von Stärken könnte prahlerisch wirken.

Fakt ist, dass wir unsere Stärken und Schwächen meistens anders einschätzen als unser Umfeld. Höchste Zeit, uns genauer mit uns selbst zu befassen. Die nachfolgenden Tipps helfen dir, mehr über deine positiven und weniger positiven Eigenschaften zu erfahren:

1. Feedback einholen

Feedback ist ein äußerst aufschlussreiches Instrument, das dir anzeigt, wie andere dich sehen. Es zeigt, worin du besonders gut bist und woran du noch arbeiten kannst. Auch Kollegen und Kolleginnen oder Lehrkräfte aus Gymnasium, Ausbildungseinrichtung oder Universität kennen dich besonders gut und können dir nützliche Erkenntnisse liefern.

Tipp:

Frage Vorgesetzte regelmäßig nach Feedback, denn so findest du nicht nur heraus, wo deine Stärken und Verbesserungspotenziale liegen, sondern du signalisierst auch, dass du kritikfähig und daran interessiert bist, dich konstant zu verbessern.

2. Gespräche im privaten Umfeld

Wenn dir das Einholen von Feedback an deiner Arbeitsstelle (noch) nicht ganz geheuer ist, übe im privaten Umfeld. Frage im Freundes- und Familienkreis nach, welche Eigenschaften man dort an dir schätzt und welche Wesenszüge mitunter etwas anstrengend sind.

3. Selbstbeobachtung

Eine weitere Möglichkeit, mehr über deine „guten und schlechten Eigenschaften“ herauszufinden, ist die Selbstbeobachtung. Finde heraus, wie du in Alltagssituationen reagierst und dich in unbekannten oder stressigen Szenarien verhältst. Dazu sind folgende Fragen hilfreich:

  1. Wie reagierst du in Konflikt- oder Streitsituationen? Bleibst du ruhig und suchst den gemeinsamen Konsens oder neigst du dazu, dich zurückzuziehen und Kontroversen aus dem Weg zu gehen?
  2. Welche Tätigkeiten führst du gerne (oder ungern) aus und warum ist das so?
  3. Wenn du die freie Wahl hättest, für welche Aufgaben würdest du dich entscheiden?
  4. Auf welche (private oder berufliche) Errungenschaft bist du stolz und welche deiner Fähigkeiten waren ausschlaggebend für den Erfolg?
  5. Würdest du dich manchmal gerne anders verhalten? Welche persönlichen Eigenschaften würdest du dir wünschen?

4. Job-Tagebuch

Überlege dir am Ende eines Arbeitstages, was dir gut (oder weniger gut) gelungen ist und notiere Erfolge und Rückschläge in einem Job-Tagebuch, um sie dir bewusst zu machen. Folgende Fragen können dir dabei helfen:

Beobachtung

Beispiel

Situationen, die dir besonders gut gelungen sind

„Ich habe einen Konflikt im Team ruhig gelöst.“

Herausforderungen oder Fehler

„Ich war bei spontanen Präsentationen nervös.“

Fähigkeiten, die dir geholfen haben

Kreativität, Organisationstalent, Geduld

Dinge, die du verbessern möchtest

Zeitmanagement, Selbstbewusstsein, Delegieren

Persönliche oder fachliche Fortschritte

Neues Tool gelernt, sicherer im Kundenkontakt geworden

Ein solches Tagebuch hilft dir nicht nur bei der Selbstreflexion, sondern liefert später auch konkrete Beispiele für Bewerbungsschreiben und Vorstellungsgespräche.

5. Persönlichkeitstests im Internet

Im Internet findest du verschiedene Persönlichkeitstests, die darauf ausgelegt sind, herauszufinden, wie stark bestimmte Eigenschaften und Kompetenzen bei dir ausgeprägt sind. Sie liefern zwar nicht alle perfekte Ergebnisse, zumindest jedoch Anregungen und Impulse, die dir helfen, über dich und deine Stärken und Schwächen nachzudenken.

Tipp:

Erstelle eine Liste deiner positiven Eigenschaften und gleiche sie mit den Anforderungen der Stellenanzeige oder des Berufsbildes ab. Überlege, welche deiner Stärken einen Platz im Anschreiben verdienen. Diese solltest du auch in deinen Lebenslauf einbauen.

Derzeit gefragte Stärken auf dem Arbeitsmarkt

Auf der Beliebtheitsskala der Stärken lassen sich gewisse Trends erkennen: So sind auf dem heutigen Arbeitsmarkt andere Eigenschaften gefragt als noch vor zehn oder 20 Jahren. Das hat mit Veränderungen in der Arbeitswelt, neuen Berufsbildern und der zunehmenden Digitalisierung zu tun, aber auch Globalisierung und demografischer Wandel spielen eine Rolle.

Folgende Stärken stehen bei Arbeitgebern derzeit besonders hoch im Kurs:

1. Interkulturelle Kompetenz

Interkultureller Kompetenz wird mit zunehmender Globalisierung und Vernetzung ein immer höherer Stellenwert eingeräumt. Sie umfasst nicht nur Auslandserfahrung, Sprachkenntnisse und Interesse für fremde Kulturen, sondern auch die Fähigkeit, sich auf andere Menschen einzulassen und ihre kulturellen Bedürfnisse und Werte in der Geschäftsbeziehung zu berücksichtigen.

2. Digitale Kompetenz

Ohne sie geht im Zeitalter der Digitalisierung und insbesondere seit COVID-19 gar nichts mehr. Zur digitalen Kompetenz gehört nicht nur die Fähigkeit, die verschiedenen digitalen Kanäle und Plattformen richtig zu nutzen, sondern auch, selbstorganisiert zu arbeiten. Digital kompetente Arbeitnehmer sind nicht nur im Umgang mit E-Mail, Slack und Zoom geübt, sondern wissen auch, wie sie soziale Medien korrekt nutzen.

3. Lernbereitschaft

Die rasanten und laufenden Änderungen in vielen Bereichen, die durch den technologischen Fortschritt und andere Faktoren bedingt sind, erfordern die Bereitschaft für lebenslanges Lernen sowie zur ständigen Weiterentwicklung. Wer nicht am Ball bleibt, wird für Arbeitgeber schnell uninteressant. Deine Lernbereitschaft lässt sich übrigens auch hervorragend in der Rubrik „Weiterbildung und Kurse“ im Lebenslauf darstellen.

4. Flexibilität und Anpassungsfähigkeit

Bedingt durch den stetigen technologischen Fortschritt und die Einführung hybrider Arbeitsmodelle sind Flexibilität und Anpassungsfähigkeit besonders wichtig geworden. Wir befinden uns in ständiger Veränderung und müssen uns immer wieder auf neue Situationen einlassen, seien es neue Arbeitszeitmodelle oder neue Arbeitsmittel und -methoden.

5. Kommunikationsfähigkeit

Ohne Kommunikationstalente kommt kein Unternehmen aus. Führungsverantwortliche müssen überzeugen, Teamleiter motivieren, Berater und Verkäufer gut zuhören, Anwälte und Makler vermitteln und Medienexperten den richtigen Ton treffen. Doch auch jeder andere Mitarbeiter sollte in der Lage sein, Rückmeldung zu geben, Sachverhalte zu bestätigen oder Fragen zu stellen.

6. Strategisches und analytisches Denken

Strategisches Denken beinhaltet kritisches Nachdenken, Zielorientierung, konsequente Erfolgskontrolle, innovative Ideen und analytisches Denkvermögen und bringt Unternehmen weiter – und deshalb auch dich, wenn du diese Merkmale in deinem Bewerbungsschreiben erkennen lässt.

7. Teamfähigkeit und respektvoller Umgang

Bei aller Zielstrebigkeit und Strategie darf das menschliche Miteinander nicht vernachlässigt werden. Ein respektvoller Umgang innerhalb des Teams, bei dem persönliche Belange zugunsten des gemeinsamen Ziels in den Hintergrund treten, ist Grundvoraussetzung für den Erfolg. Machtkämpfe und Vorurteile im Team sind das Aus für Zusammenhalt, Kreativität und Ideenreichtum.

8. Belastbarkeit und Einsatzbereitschaft

Dienst nach Vorschrift lässt sich nicht mit Flexibilität vereinbaren. Aufträge kommen selten so, dass die Sollarbeitszeit damit exakt gefüllt ist. Wenn es hoch hergeht, solltest du die Bereitschaft mitbringen, bei Bedarf einen Kollegen zu vertreten, die eine oder andere Überstunde zu machen oder zusätzliche Aufgaben zu übernehmen. Nur so können Unternehmen die Erwartungen ihrer Kunden zuverlässig erfüllen – und letztendlich Gehälter bezahlen.

Übrigens, viele weitere nützliche Informationen zu gesuchten Fähigkeiten, zum Arbeitsmarkt und rund um die Bewerbung findest du auf unserem Karriereportal, das wir regelmäßig aktualisieren, um dir stets die besten Inhalte anzubieten.

Tipp:

Es gibt natürlich noch viele weitere Soft Skills, die auf dem Arbeitsmarkt gefragt sind und die je nach Branche oder Berufsbild variieren. Doch Vorsicht bei abgedroschenen Stärken wie Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit und Höflichkeit: Diese Eigenschaften als besondere Talente zu verkaufen, ginge zu weit. Nutze den verfügbaren Platz im Bewerbungsschreiben für echte Alleinstellungsmerkmale.

So formulierst du Stärken im Bewerbungsschreiben

Mit deinem Anschreiben präsentierst du dich als passende Besetzung und zeigst, welchen Mehrwert du dem Unternehmen bieten kannst. Da der Platz auf eine DIN-A4-Seite begrenzt ist, solltest du dich auf zwei bis drei Stärken konzentrieren, die wirklich zur Stelle passen.

Wichtig ist: Zähle deine Stärken nicht einfach auf, sondern belege sie mit konkreten Beispielen. So kann sich der Personaler besser vorstellen, wie du arbeitest und welchen Beitrag du im Unternehmen leisten kannst.

Stärken gehören natürlich auch in den Lebenslauf. Lass dich von unseren Beispielen für Lebensläufe inspirieren und erstelle deinen eigenen Lebenslauf mithilfe unserer Lebenslaufvorlagen. Die anpassbaren Rubriken bieten jede Menge Möglichkeiten, deine Stärken ins richtige Licht zu rücken.

Unser Tipp:

Du musst Stärken nicht immer direkt beim Namen nennen. Begriffe wie vermitteln, Konsens finden, Feedback einholen, gut zuhören oder Kritik annehmen zeigen ebenfalls, dass du kommunikativ, teamfähig und reflektiert bist.

Beispiele für Stärken im Bewerbungsschreiben

Damit es nicht bei der Theorie bleibt, haben wir für einige der wichtigsten Stärken Beispielsätze aufgeführt, die du – auf dich und deine Situation angepasst – im Bewerbungsschreiben unterbringen kannst. Aus den meisten Formulierungen gehen gleich mehrere Kompetenzen hervor.

Stärke

Beispiel im Bewerbungsschreiben

Interkulturelle Kompetenz

„Durch die Zusammenarbeit mit internationalen Teams habe ich gelernt, unterschiedliche Perspektiven und kulturelle Besonderheiten in Projekten zu berücksichtigen.“

Teamfähigkeit

„Gemeinsam mit meinem Team ist es mir gelungen, die Abläufe im Vertrieb effizienter zu gestalten und die Zusammenarbeit zwischen mehreren Abteilungen zu verbessern.“

Analytisches Denken

„Mein analytisches Denkvermögen hilft mir dabei, komplexe Sachverhalte schnell zu erfassen und strukturierte Lösungen zu entwickeln.“

Flexibilität

„Ich arbeite mich schnell in neue Themenbereiche ein und passe mich flexibel an veränderte Anforderungen an.“

Empathie

„Im Kontakt mit Kunden und Kollegen gelingt es mir, aufmerksam zuzuhören und individuelle Bedürfnisse ernst zu nehmen.“

Kommunikationsfähigkeit

„Auch in anspruchsvollen Gesprächen gelingt es mir, konstruktiv zu vermitteln und gemeinsame Lösungen zu finden.“

Lernbereitschaft

„Durch regelmäßige Weiterbildungen erweitere ich kontinuierlich meine fachlichen Kenntnisse.“

Digitale Kompetenz

„Der sichere Umgang mit digitalen Tools und kollaborativen Plattformen gehört für mich selbstverständlich zum Arbeitsalltag.“

Wenn sich deine persönlichen Stärken im Bewerbungsschreiben nicht vollends mit den Anforderungen der ausgeschriebenen Stelle decken oder wenn du dich als Quereinsteiger bewirbst, bietet es sich an, auf deine rasche Auffassungsgabe zu verweisen. Damit demonstrierst du ganz nebenbei auch Zielorientierung, positives Denken, Flexibilität, Lernbereitschaft und Hartnäckigkeit.

So formulierst du Schwächen im Bewerbungsschreiben

Im Bewerbungsschreiben stehen grundsätzlich deine Stärken im Mittelpunkt. In manchen Fällen kann es jedoch sinnvoll sein, auch eine Schwäche anzusprechen – etwa wenn du zeigen möchtest, dass du reflektiert bist oder aktiv an bestimmten Fähigkeiten arbeitest.

Wichtig ist dabei, Schwächen nicht dramatisch darzustellen. Entscheidend ist vielmehr, wie du damit umgehst und welche Maßnahmen du ergreifst, um dich weiterzuentwickeln.

Beispiele für Schwächen im Bewerbungsschreiben

Wenn du dich dazu entschließt, im Anschreiben Schwächen anzuführen, aber nicht so genau weißt, welche negativen Eigenschaften „gefahrlos“ genannt werden können, kannst du dich an den folgenden Schwächen orientieren. Wichtig ist natürlich, dass sie auf dich zutreffen und dass du sie nicht aus reinem Kalkül angibst.

Schwäche

Positive Einordnung

Beispiel

Schüchternheit

Ruhige und reflektierte Arbeitsweise

„Auch wenn ich eher zurückhaltend bin, bringe ich mich aktiv in Teams ein und unterstütze Kollegen zuverlässig.“

Ungeduld

Hohe Zielorientierung

„Ich neige manchmal dazu, Ergebnisse schnell sehen zu wollen, achte inzwischen aber stärker auf strukturierte Planung.“

Skepsis

Kritisches Denken

„Ich hinterfrage Prozesse sorgfältig, um Risiken frühzeitig zu erkennen und fundierte Entscheidungen zu treffen.“

Sturheit

Beharrlichkeit

„Wenn ich mich mit einem Ziel identifiziere, verfolge ich dieses sehr konsequent und lösungsorientiert.“

Temperament

Begeisterungsfähigkeit

„Meine engagierte Art hilft mir dabei, Projekte mit Energie voranzutreiben und andere zu motivieren.“

Schwächen, die du besser nicht im Bewerbungsschreiben erwähnst

Nicht jede Schwäche eignet sich für ein Bewerbungsschreiben. Manche Eigenschaften wirken schnell wie ein Risiko für die ausgeschriebene Stelle oder vermitteln einen unprofessionellen Eindruck.

  • Pünktlichkeit – Pünktlichkeit ist keine Stärke, sondern wird vorausgesetzt. Indem du diese Eigenschaft explizit erwähnst, erweckst du den Eindruck, dass sie für dich persönlich etwas Besonderes ist.
  • Höflichkeit – Höflichkeit ist ebenfalls eine Selbstverständlichkeit und kein Alleinstellungsmerkmal.
  • Konzentrationsschwierigkeiten – Diese Schwäche solltest du nicht durchblicken lassen, auch wenn wir alle ab und an davon betroffen sind. Sie macht dich zu einem Risikofaktor für das Unternehmen und ist vor allem in Berufen mit Verantwortung für Patienten oder Passagieren problematisch.
  • Angst vor direktem Kundenkontakt – Dies ist dann problematisch, wenn du im Vertrieb, in der Hotellerie oder Gastronomie oder als Berater tätig sein möchtest.
  • Streitlust – Streitlust ist nicht gleich Diskussionsfreudigkeit. Streitlust impliziert, dass du gerne aneckst und alles und jeden kritisierst und herausforderst. Damit bist du eine potenzielle Gefahr für das Betriebsklima und deine Vorgesetzten.

Häufige Fehler beim Nennen von Stärken und Schwächen im Bewerbungsschreiben

Stärken und Schwächen liegen oft eng beieinander, weshalb der richtigen „Dosierung“ bei der Formulierung eine entscheidende Rolle zukommt.

Folgende Fehler werden besonders häufig bei der Angabe von Stärken und Schwächen im Bewerbungsschreiben gemacht:

Häufiger Fehler:

Besser so:

1. Stärken nur aufzählen

Eigenschaften mit konkreten Beispielen belegen

2. Allgemeine Floskeln verwenden

Bezug zur Stelle herstellen

3. Zu viele Eigenschaften nennen

Auf 2–3 relevante Stärken fokussieren

4. Schwächen zu negativ darstellen

Lösungsorientiert formulieren

5. Überheblich wirken

Selbstbewusst, aber authentisch bleiben

6. Schwächen ohne Kontext nennen

Zeigen, wie du daran arbeitest

Bewerbung mit Stärken und Schwächen – das Wichtigste in Kürze

Stärken und Schwächen im Bewerbungsschreiben so zu formulieren, dass sie bei Personalern mit der gewünschten Wirkung ankommen, ist eine Kunst für sich: Einerseits solltest du dein Licht nicht unter den Scheffel stellen, andererseits gilt es, authentisch zu bleiben. Schwächen einzugestehen, kann sich als Stärke erweisen, doch auch hier kommt es auf die richtige Formulierung an. Achte genau darauf, wie ausgeprägt du die jeweilige Eigenschaft darstellst.

Falls du Unterstützung beim Verfassen deines Bewerbungsschreibens benötigst, lass dich von unseren Beispielen inspirieren. Unsere Vorlagen für Bewerbungsschreiben enthalten vorgefertigte Mustersätze, die du im Handumdrehen an deine Situation anpassen kannst.

Darüber hinaus findest du auf Jobseeker weitere Tools für die perfekte Bewerbung, darunter auch Unterstützung beim Verfassen deines Lebenslaufs.

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Copywriter

Bea Flader ist freiberufliche Übersetzerin, Texterin und erfahrene Recruiting-Expertin und unterstützt Jobsuchende mit praxisnahen Tipps bei der beruflichen Neuorientierung.

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